Während andere Regionen mit Landflucht kämpfen, erlebt Krk eine Renaissance: Junge Unternehmer, steigende Löhne und wachsende Beschäftigung verwandeln die Insel in ein Ganzjahresparadies.
Krk beweist: Inseln können wirtschaftlich florieren und Abwanderung stoppen. Die 23-jährige Natalija Mrakovčić verkörpert diesen Trend perfekt. Nach ihrem Gastronomiestudium in Zagreb und Praxiserfahrung in renommierten Inselrestaurants wagte sie gemeinsam mit ihrer Mutter den Schritt in die Selbständigkeit und eröffnete eine handwerkliche Bäckerei in ihrer Heimat. „Es braucht viel Wissen, Mühe, Willenskraft und am Anfang auch Tränen, um ein perfektes Brot zu backen“, erklärt die junge Unternehmerin. Was ursprünglich als saisonales Geschäft geplant war, entwickelte sich rasch zum ganzjährigen Betrieb. Trotz ihrer Pläne für ein Auslandsstudium sieht sie ihre Zukunft langfristig auf der Insel.
Der Fall Krk demonstriert eindrucksvoll, dass Inselregionen durchaus attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume sein können. Regierungsdaten belegen einen bemerkenswerten Anstieg bei Unternehmern und Angestellten um etwa 40 Prozent innerhalb der vergangenen Dekade. Ivica Žužić, Mitarbeiter der Marina Punat, bestätigt die hohe Lebensqualität: „Meine Frau kommt aus Rijeka, aber sie würde nie zurückgehen. Wir fahren am Wochenende zu ihren Eltern, nehmen aber eine zweistündige Autofahrt in Kauf und fahren dann wieder nach Hause.“
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Wirtschaftliche Säulen
Die wirtschaftliche Basis der Insel ruht auf mehreren Säulen: Tourismus, Handel, Baugewerbe und verarbeitende Industrie. Besonders die Punat-Werft fungiert seit über einem Jahrhundert als wirtschaftliches Rückgrat und beherbergt den ältesten Yachthafen Kroatiens. Teo Marević, Kommunikationsmanager des Hafens, unterstreicht die Verbundenheit der Beschäftigten mit ihrem Arbeitgeber: „Wir sind stolz darauf, dass viele Mitarbeiter des Yachthafens ihr gesamtes Berufsleben hier verbringen und viele von ihnen sogar Kollegen ihrer Eltern oder Kinder sind.“
Für die Zukunftssicherung setzt Daniel Strčić, Bürgermeister der Gemeinde Punat, auf bezahlbaren Wohnraum. Er plädiert für den Bau von Immobilien im Gemeindebesitz, die zu erschwinglichen Preisen vermietet werden können. Nach seiner Überzeugung würden solche Maßnahmen die Attraktivität der gesamten Inselregion als dauerhaften Wohnort weiter steigern.
Überdurchschnittliche Einkommen
Ein aktueller Regierungsbericht untermauert die positive Entwicklung mit konkreten Zahlen: Die durchschnittlichen Nettoeinkommen in Inselstädten wie Sutivan, Cres, Punat, Rab und Krk zählen landesweit zu den Spitzenverdienern und erreichen bis zu 1.600 Euro. Dennoch bleibt trotz aller positiven Signale der Weg zu vollständig revitalisierten und nachhaltig belebten Inselregionen eine Herausforderung für die Zukunft.
Nach seiner Überzeugung würden solche Maßnahmen die Attraktivität der gesamten Inselregion als dauerhaften Wohnort weiter steigern.