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Versorgungskrise

Krebs im Alter: Warum Ärzte an ihre Grenzen stoßen

Krebs im Alter: Warum Ärzte an ihre Grenzen stoßen
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Die demografische Entwicklung stellt das Gesundheitssystem vor wachsende Herausforderungen, besonders in der Onkologie. Mit steigendem Durchschnittsalter der Bevölkerung müssen Krebsbehandlungen zunehmend an die speziellen Bedürfnisse älterer Patienten angepasst werden.

Thomas Winder, Leiter der Onkologie am LKH Feldkirch in Vorarlberg, plädiert für grundlegende Veränderungen im Versorgungssystem. Die Therapie von Krebserkrankungen gestaltet sich im höheren Alter deutlich komplexer, da viele Betroffene zusätzlich unter verschiedenen Begleiterkrankungen leiden.

Mit zunehmendem Lebensalter verändert sich die onkologische Behandlungssituation grundlegend, wie Winder erläutert. Ältere Krebspatienten leiden häufig an zusätzlichen Gesundheitsproblemen wie Hypertonie oder Diabetes. Auch die Nierenfunktion ist bei vielen eingeschränkt. „Deshalb sei ein interdisziplinäres Management notwendig, um diese Patienten weiterhin hervorragend betreuen zu können,“ betont der Facharzt.

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Konkreter Handlungsbedarf

Der Onkologe sieht konkreten Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen. Neben zusätzlichen Behandlungsräumen fordert er eine Aufstockung des Pflegepersonals. Besonders wichtig sei zudem eine stärkere Berücksichtigung des Alters in klinischen Studien. Die gegenwärtige Forschungspraxis konzentriere sich überwiegend auf jüngere, gesundheitlich stabile Patienten. Künftig müssten Studiendesigns angepasst werden, damit die Ergebnisse auch für ältere Menschen mit Begleiterkrankungen aussagekräftig sind.

Bedeutung der Vorsorge

Die typischen Krebsarten unterscheiden sich laut Winder nicht wesentlich zwischen den Altersgruppen. Bei Frauen dominiert nach wie vor Brustkrebs, während bei Männern Prostatakrebs am häufigsten auftritt. Der Mediziner unterstreicht die zentrale Bedeutung der Prävention: „Die beste Therapie ist eine gute Vorsorge.“ Als Beispiel nennt er die Darmkrebsvorsorge, die inzwischen bereits ab dem 45. Lebensjahr empfohlen wird, da diese Krebsart zunehmend früher diagnostiziert wird.

Vorsorgeuntersuchungen seien in jedem Lebensalter sinnvoll, weshalb die Bevölkerung diese Angebote unbedingt wahrnehmen sollte.