Start NEWS PANORAMA Bosnien-Herzegowinas Zukunft: Neuer Hoher Repräsentant hat große Pläne
CHRISTIAN SCHMIDT

Bosnien-Herzegowinas Zukunft: Neuer Hoher Repräsentant hat große Pläne

(FOTOS: Wikimedia Commons/Thomas Lother, iStockphoto)

Valentin Inzko übergibt das Amt des Hohen Repräsentanten für Bosnien-Herzegowina an den deutschen Ex-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt. Letzterer stellte seine Pläne vor.

Der Hohe Repräsentant für Bosnien-Herzegowina ist seit 1995 basierend auf der Resolution 1031 des UN-Sicherheitsrates für die Umsetzung der zivilen Aspekte des Dayton-Abkommens zuständig. Seit 2009 hat der österreichische Diplomat Valentin Inzko dieses Amt inne. Immer wieder kritisierte der Hohe Repräsentant die Verherrlichung und Leugnung von Kriegsverbrechen. „Auch nach 25 Jahren existiert der Balkan-Krieg noch in vielen Köpfen“, kommentierte Inzko im Oktober vergangenen Jahres.

Plan für Bosnien
Ab 1. August übernimmt der ehemalige deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt den Posten des Hohen Repräsentanten. Im Interview mit der F.A.Z. erläuterte er seine Pläne für Bosnien-Herzegowina. Sein größtes Ziel sei es, den in Stocken geratenen Entwicklungsprozess in Bewegung zu bringen. Diesbezüglich werde er alle kritischen Punkte auch dezidiert ansprechen.

„Da ist zunächst die territoriale Integrität Bosnien-Herzegowinas. Gebietsverschiebungen sind kein Weg.“ Außerdem werde er alle Versuche, die eigene ethnische Gruppe über alle anderen zu stellen, unterbinden. Auch die Jugend in Bosnien-Herzegowina ist ihm ein großes Anliegen, da mehr als 70 Prozent der jungen Bevölkerung derzeit das Land verlassen wollen.

„Idee von Angela Merkel“
IM Interview mit der F.A.Z. erklärte Inzkos Nachfolger, wie er zum neuen Posten gekommen ist: „Ich bin eine Idee von Angela Merkel.“ Auf längere Sicht möchte Schmidt alles daransetzen, sein Amt abzuschaffen. Bis dorthin sei der Weg allerdings noch lang. Gleiches gilt für einen EU-Beitritt Bosnien-Herzegowinas. „Wir müssen über Zwischenschritte nachdenken“, fügte er hinzu und erwähnt einen südosteuropäischen Wirtschaftsraum.

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