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Zukunftsplan

Brauchen mehr Personal“: NÖ holt 150 Pflegekräfte aus Vietnam

Brauchen mehr Personal“: NÖ holt 150 Pflegekräfte aus Vietnam
(istockfoto: pflegepersonal)
4 Min. Lesezeit |

Vom Pflegescheck bis zur Wohnbauförderung: Niederösterreich stellt die Weichen für die Zukunft. Landesrätin Teschl-Hofmeister treibt Reformen in mehreren Schlüsselbereichen voran.

Niederösterreichs Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister setzt auf innovative Konzepte in der Pflege, um den Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft gerecht zu werden. Seit 2018 im Amt, erläutert sie die strategische Ausrichtung des Bundeslandes: Der Fokus liegt auf dem möglichst langen Verbleib älterer Menschen in ihren eigenen vier Wänden. Dafür wurden mehrere Instrumente entwickelt, darunter der 1.000-Euro-Pflegescheck und der systematische Ausbau sozialer Alltagsbegleitung. Als Brückenlösung zwischen selbständigem Wohnen und stationärer Pflege etabliert das Land zudem betreutes Seniorenwohnen.

Besonders stolz zeigt sich die Landesrätin auf zwei Leuchtturmprojekte im Bereich der Übergangspflege: „Das ist das, was die Menschen wollen. Es gibt zwei große Projekte: Das Übergangszentrum für Pflege in Melk und ein zweites Zentrum kommt nach Klosterneuburg an den Weißen Hof.“

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Innovative Personalgewinnung

Dem akuten Personalmangel in der Pflege begegnet Niederösterreich mit einem europaweit einzigartigen Ansatz. Ein Kooperationsprojekt mit Vietnam sieht vor, dass junge Menschen dort zunächst Deutsch lernen und anschließend in Niederösterreich ihre Pflegeausbildung absolvieren. „Wir brauchen mehr Personal und haben mit dem Vietnam-Projekt einen Weg eingeschlagen, den es europaweit so nicht gibt. 150 Pflegekräfte sind nach NÖ unterwegs“, erklärt Teschl-Hofmeister. Sie betont dabei, dass diese Fachkräfte eine notwendige Ergänzung darstellen und keine Konkurrenz für heimische Arbeitskräfte bedeuten.

Die Landesrätin verweist auf deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Pflege: Während früher für die Ausbildung bezahlt werden musste, erhalten Auszubildende heute eine Vergütung. Hinzu kommen bezahlte Pausen und verbesserte Rahmenbedingungen. Nach ihrer Einschätzung stellen nicht primär die Gehälter ein Problem dar, sondern vielmehr die Dienstplan-Stabilität und die Arbeitsbelastung – Bereiche, in denen weitere Optimierungen geplant sind.

Teschl-Hofmeister unterstreicht die zentrale Bedeutung der Pflege als integralen Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Der aktuelle Gesundheitsplan enthalte aus ihrer Sicht zukunftsweisende Maßnahmen, besonders im Bereich der Langzeit- und Übergangspflege.

Wohnbau und Bildung

Im Wohnbausektor hat Niederösterreich eine neue Förderrichtlinie beschlossen, die ab 2027 in Kraft tritt. Erstmals wird dabei eine Größenbeschränkung eingeführt, um Bodenversiegelung einzudämmen und Fördermittel gezielter einzusetzen. „Mit Blick auf die Bodenversiegelung ist klar: 170 m² müssen genug sein. Wer größer baut, wird sich das selbst leisten können“, erläutert die ÖVP-Politikerin. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen seien im geförderten Wohnbau für 2025 Rekordinvestitionen von 952 Millionen Euro vorgesehen.

Zur Bekämpfung von Leerständen setzt das Land verstärkt auf Sanierungsanreize. „Wir setzen einen starken Fokus auf Sanieren. Dazu gibt es auch die Fördermaßnahme ‚Reconstructing‘. Ein Anreiz, dass man sich drüber traut, nicht mehr renovierbare Gebäude abzureißen und etwas Neues an der Stelle zu bauen“, so Teschl-Hofmeister. Diese Initiative solle die Ortskernentwicklung stärken.

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In der Kinderbetreuung investieren Land und Gemeinden im Rahmen der „blau-gelben Betreuungsoffensive“ bis 2027 zusätzlich 750 Millionen Euro. Das erklärte Ziel: ein Betreuungsplatz für alle Zweijährigen. Die Landesrätin berichtet von beachtlichen Fortschritten: Mehr als 60 Prozent der geplanten Maßnahmen seien bereits umgesetzt, Gruppen verkleinert und zusätzliches Personal eingestellt worden. Bei der Betreuung der Zweijährigen nehme Niederösterreich mittlerweile eine Spitzenposition ein: „Von den im Vergleich zum Vorjahr 360 neuen Kindergartengruppen im Bundesgebiet kamen 251 Gruppen in NÖ neu dazu. Bei den Besuchsquoten nach Einzeljahren führt NÖ bei den 2-Jährigen (82,1 %) im Bundesländervergleich.“

Zu den Herausforderungen durch Migration erklärt Teschl-Hofmeister, dass diese in Niederösterreich ähnlich wie in anderen Bundesländern seien, mit den größten Herausforderungen naturgemäß in Wien. Sie verweist auf erfolgreiche Maßnahmen wie Deutschförderklassen in Wiener Neustadt und plädiert für frühzeitige Sprachförderung: „Das zweite verpflichtende Kindergartenjahr ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es braucht auch die Eltern: Wenn zu Hause nicht Deutsch gesprochen wird, kann die Schule das nicht wieder ausgleichen.“

Im Bildungsbereich bekennt sich die Landesrätin klar zur Wahlfreiheit und damit auch zum Erhalt der Sonderschulen. Viele Eltern würden diese bewusst wählen, da kleinere Gruppen und spezialisiertes Personal ihren Kindern zugutekämen. Integration sei wichtig, müsse aber nicht in jedem Fall der richtige Weg sein.

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Beim Thema Handynutzung an Schulen spricht sich Teschl-Hofmeister gegen pauschale Verbote aus: „Nur ein Verbot auszusprechen, ist nicht die Lösung, es braucht auch eine Handy-kompetente Schule und hier setzen wir gezielte Maßnahmen.“

Sie plädiert für begleitende pädagogische Konzepte, die Schüler, Eltern und Lehrkräfte einbinden. Altersbeschränkungen bei Social Media hält sie für denkbar, allerdings nur bei breiter Umsetzung etwa auf europäischer Ebene.

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KO KOSMO-Redaktion
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