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Verzweiflungstat

Todeswarnung auf Zettel: Hilflose Familie nach Verlust staatlicher Unterstützung ausgelöscht

Todeswarnung auf Zettel: Hilflose Familie nach Verlust staatlicher Unterstützung ausgelöscht
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Zettel mit der Warnung „Nicht eintreten!“ markierte den Beginn einer Familientragödie. In Perth wurden vier Tote entdeckt – die Hintergründe erschüttern.

In einer wohlhabenden Vorstadt von Perth (Australien) hat sich ein familiäres Drama mit tödlichem Ausgang ereignet. Die Polizei fand die Leichen von Jarrod Clune (50), seiner Partnerin Maiwenna Goasdoue (49) sowie ihrer beiden autistischen Söhne Leon (16) und Otis (14). Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich vermutlich um einen erweiterten Suizid, bei dem die Eltern zunächst ihre Kinder töteten, bevor sie sich selbst das Leben nahmen. Auch die Haustiere der Familie wurden leblos aufgefunden. Über den Fall berichteten mehrere internationale Medien.

Die Entdeckung der Leichen erfolgte, nachdem eine Betreuungsperson der Jugendlichen vor dem Haus eine Nachricht vorfand. Der Zettel enthielt die Warnung „Nicht eintreten!“ sowie die Anweisung, umgehend Rettungsdienste zu verständigen. Die alarmierten Einsatzkräfte entdeckten daraufhin die toten Familienmitglieder in verschiedenen Bereichen des Wohnhauses. Mordkommissarin Jessica Securo erklärte, dass die Behörden den Vorfall als Mord-Suizid einstufen, obwohl weder Waffen sichergestellt wurden noch Anzeichen für Gewalteinwirkung vorliegen.

Die Untersuchungen zum genauen Tathergang dauern an, die Todesursache wurde bislang nicht offiziell kommuniziert. Luftaufnahmen des Anwesens zeigen mutmaßliche Blutspuren im rückwärtigen Bereich des Grundstücks. Ein zweites aufgefundenes Schreiben deutet auf eine gemeinsame Suizidabsicht der Eltern hin.

Fehlende Unterstützung

Den Informationen zufolge hatte die Familie kürzlich finanzielle Unterstützung des Staates für einen ihrer Söhne verloren, was die Eltern in eine verzweifelte Lage gebracht haben soll. Beide Jungen waren aufgrund ihrer schweren, nicht-verbalen Form von Autismus und zusätzlichen gesundheitlichen Problemen auf intensive Betreuung angewiesen. Eine nahestehende Freundin der Familie berichtete, dass sich Jarrod und Maiwenna zunehmend alleingelassen fühlten – sowohl von ihrem persönlichen Umfeld als auch von Bildungseinrichtungen, dem nationalen Behindertenversicherungssystem NDIS und der Gesellschaft insgesamt.

Sie übte scharfe Kritik am australischen Sozialsystem und beschrieb den zermürbenden Kampf um adäquate Unterstützungsleistungen. Maiwenna habe aus Angst vor möglicher Misshandlung davor zurückgeschreckt, ihre Söhne in Kurzzeitpflege zu geben.

Elterliche Erschöpfung

Die Freundin erwähnte zudem den Mangel an Hilfsangeboten und die chronische Erschöpfung der Eltern, da die Jungen nachts regelmäßig wach waren. Die langen Schulferien in Kombination mit den herausfordernden Verhaltensweisen ihrer Söhne könnten bei Mai und Jarrod den Eindruck erweckt haben, in einer ausweglosen Situation gefangen zu sein.

Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, weitere Einzelheiten wurden bisher nicht veröffentlicht. Als mögliche Auslöser der Tragödie nennen die Behörden die soziale Isolation der Familie sowie den Wegfall staatlicher Unterstützungsleistungen.

Personen aus dem Umfeld der Familie äußern deutliche Kritik am Versorgungssystem für Familien mit besonderen Bedürfnissen.

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KO KOSMO-Redaktion
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