Österreichs Luftraum steht unter ständiger Beobachtung, doch kleine Flugobjekte stellen das Bundesheer vor neue Herausforderungen. Die Drohnenabwehr rückt in den Fokus.
Die Radaranlagen des Bundesheers sind rund um die Uhr im Einsatz und können Flugobjekte schnell identifizieren, wenn sie in den österreichischen Luftraum eindringen, erklärt Air Chief Gerfried Promberger. „Wir sehen, wenn etwas in den österreichischen Luftraum eindringt“, versichert er. Allerdings stellt die Unterscheidung zwischen kleinen Drohnen und anderen Objekten wie Vögeln eine technische Herausforderung dar. Um diese Aufgabe zu bewältigen, sind sowohl spezialisierte Software als auch gut geschultes Personal erforderlich.
Als Air Chief des Bundesheers beschäftigt sich Generalmajor Gerfried Promberger nicht nur wissenschaftlich mit dem Thema Drohnenabwehr – er verfasst darüber seine Dissertation –, sondern muss sich auch praktisch damit auseinandersetzen. Nachdem Drohnen in verschiedenen europäischen Ländern den Flugverkehr beeinträchtigt haben und im Sommer eine russische Drohne auf rumänischem Territorium niederging, ist die Problematik auch in Österreich relevant geworden. „Wir müssen davon ausgehen, dass es auch bei uns passieren kann“, warnt Promberger.
Die geografische Lage inmitten von NATO-Staaten biete keine Garantie gegen potenzielle Bedrohungen: „Aber das schützt uns nicht vor einem Angriff.“ Er weist darauf hin, dass Drohnen auf dem Weg nach Polen oder in die Slowakei durchaus österreichisches Territorium überfliegen könnten.
„Wir müssen vorbereitet sein.“
Reaktionszeit-Herausforderung
Die begrenzte Reaktionszeit stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. „Wenn eine Drohne mit 500 km/h unterwegs ist, bleibt nicht viel Zeit, um zu reagieren.“ Aus diesem Grund erwägt das Bundesheer den Einsatz automatischer Abwehrsysteme. Aktuell entwickelt man ein Konzept zum verbesserten Schutz kritischer Infrastrukturen wie Flughäfen und Kraftwerke.
„Wir sind dabei, unsere Fähigkeiten auszubauen“, erläutert Promberger. Dies umfasst auch den internationalen Erfahrungsaustausch. „Wir können viel von der Ukraine lernen, die sehr viel Erfahrung mit Drohnenangriffen hat.“ Auch die NATO-Mitgliedstaaten haben bereits umfangreiche Schutzkonzepte implementiert.
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Wachsende Bedrohung
Promberger hebt hervor, dass nicht ausschliesslich militärische Drohnen Anlass zur Sorge geben. Auch zivile Drohnen können zur Bedrohung werden, etwa wenn sie absichtlich den Flugverkehr stören oder für Spionagezwecke eingesetzt werden.
„Die Bedrohung ist real – und sie wird in den nächsten Jahren zunehmen.“