Panzer, Hubschrauber und eine spektakuläre Defilierung – das Bundesheer zeigt am Nationalfeiertag militärische Stärke mit einem besonderen Programm zum Jubiläumsjahr.
Das österreichische Bundesheer präsentiert sich am Nationalfeiertag mit erweitertem Programm. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), Wiens Militärkommandant Brigadier Kurt Wagner und ORF-Generaldirektor Roland Weissmann stellten am Mittwoch die diesjährige Leistungsschau vor, die mit besonderen Neuerungen aufwartet.
Das kommende Jahr 2025 steht im Zeichen mehrerer bedeutsamer Jubiläen: 80 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges, 70 Jahre österreichisches Bundesheer und 50 Jahre Umfassende Landesverteidigung. Militärkommandant Wagner ergänzte: „Auch ich habe ein Jubiläum anzubieten, nämlich 30 Jahre Leistungsschau.“ Anlässlich dieser Jahrestage kündigte Verteidigungsministerin Tanner an, dass sämtliche verfügbaren Fahrzeugtypen des Bundesheeres zu sehen sein werden. Zusätzlich sei eine „dynamische Vorführung“ geplant.
Diese Vorführung konkretisierte Wagner als „Defilierung“ (feierlicher Vorbeimarsch), die „aufgrund des besonderen Jubiläums“ durchgeführt werden soll. Dabei handelt es sich um einen feierlichen Vorbeimarsch der Soldaten samt schwerem militärischen Gerät vor Ehrengästen und Publikum – ein Format, das in den vergangenen Jahren nicht zu sehen war, da die Fahrzeuge üblicherweise bereits zu Beginn der Veranstaltung an ihren Positionen standen.
Militärische Highlights
Die Defilierung beginnt um 11 Uhr mit einem Überflug der Flugstreitkräfte über den Wiener Heldenplatz, bei dem sowohl Hubschrauber als auch Flächenflugzeuge zu sehen sein werden. Im Anschluss fahren 20 gepanzerte und geschützte Fahrzeuge auf den Heldenplatz ein und können danach besichtigt werden. Den Abschluss bilden eine Ehrenformation der Garde sowie der Fahnenblock des Bundesheeres.
Zu den ausgestellten Exponaten zählen unter anderem ein Black-Hawk-Hubschrauber, ein Eurofighter-Modell, das Aufklärungs- und Zielzuweisungsradar „Flamingo“ zur Identifizierung von Luftzielen sowie eine über drei Meter große Fliegerabwehrkanone. Ebenfalls präsentiert werden das Drohnenabwehrsystem „Skyranger“ auf dem Radpanzer „Pandur Evo“ und der Kampfpanzer „Leopard 2A4“.
Einige Fahrzeuge, darunter die Panzer, können aus nächster Nähe besichtigt werden. Zusätzlich gibt es einen Flugsimulator und eine virtuelle Erlebniswelt. Militärkommandant Wagner erläuterte, dass Besucher mittels Virtual-Reality-Brille nachempfinden können, wie „sich ein Soldat fühlt, wenn er Fallschirm springt oder mit einem Panzer fährt“.
Programm und Standorte
Die Leistungsschau verteilt sich auf mehrere Standorte in Wien. Der Heldenplatz bildet das Zentrum mit den meisten Fahrzeugen. Vor dem Burgtheater steht die Sicherung des Luftraums im Fokus, auf der Freyung präsentiert sich die Miliz, und Am Hof ist in diesem Jahr der Bundesheersport zu finden.
Der Nationalfeiertag beginnt um 9 Uhr mit Kranzniederlegungen durch den Bundespräsidenten und die Bundesregierung im Weiheraum im Äußeren Burgtor. Ab 11 Uhr folgt die Defilierung, anschließend werden 1.000 Rekruten – darunter 20 Soldatinnen – angelobt. Ein besonderer Höhepunkt sind die Fallschirmspringer des Jagdkommandos. Der Hubschrauber-Rückflug ist für etwa 16 Uhr angesetzt, danach erfolgt der Abzug der Fahrzeuge. Die Veranstaltung endet um 17 Uhr.
Bereits am Mittwoch fand die „Karriereplattform“ statt, bei der das Verteidigungsministerium, der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) und die Stadt Wien über ihre Lehrberufe informierten. Mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler hatten sich angemeldet – doppelt so viele wie 2024. Tanner betonte, dass das Heer neben Gerät „auch das entsprechende Personal“ benötige.
Ein weiterer Programmpunkt am Nationalfeiertag ist ein Spaziergang rund um den Ring im Rahmen der ORF-Initiative „Wir bewegen Österreich!“ mit Start um 13 Uhr beim Burgtheater.
Im Vorjahr verzeichnete das Verteidigungsministerium mehrere Hunderttausend Besucher, 2022 waren es 720.000. Die Anreise wird mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen, da keine speziellen Parkplätze zur Verfügung stehen. Der Eintritt ist frei. Besucher werden gebeten, keine Rucksäcke oder gefährliche Gegenstände mitzubringen. Wagner wies darauf hin, dass zur Gewährleistung der Sicherheit jederzeit Kontrollen möglich seien.
Der ORF überträgt die Veranstaltung am Nationalfeiertag ab 9.05 Uhr live auf ORF 2 vom Wiener Heldenplatz.