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Strafprozess

NS-Devotionalien im Antiquitäten-Shop: Vorbestrafter kassiert 18 Monate

NS-Devotionalien im Antiquitäten-Shop: Vorbestrafter kassiert 18 Monate
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Hinter der Fassade eines Antiquitätenhändlers verbarg sich ein dunkles Geschäft. Der vorbestrafte Grazer bot NS-Devotionalien zum Verkauf – nun folgt die Strafe.

Ein 56-jähriger Pensionist aus Graz musste sich am Donnerstag vor einem Geschworenensenat verantworten. Die Anklage: Verkauf von nationalsozialistischen Devotionalien. Der Mann, der bereits sechs Vorstrafen aufweist – davon drei einschlägige – hatte über eine Online-Plattform verschiedene NS-Gegenstände zum Kauf angeboten, darunter einen Hakenkreuz-Wimpel, eine SA-Uniform (Sturmabteilung) sowie einen Schaukelstuhl mit eingesticktem Reichsadler und Hakenkreuz. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Beschuldigte zudem in den sogenannten „Schweinekopf-Fall“ verwickelt, bei dem 2016 an einer Moschee in Graz Schweineblut vergossen und ein Schweinekopf am Zaun befestigt worden war.

Finanzielle Notlage

Der Angeklagte, früher Inhaber eines Antiquitätengeschäfts, führte finanzielle Notlage als Motiv an und bestritt jegliche ideologische Verbindung zu den verkauften Gegenständen. Er gab an, mit lediglich 800 Euro Invaliditätspension auskommen zu müssen und deshalb seinen verbliebenen Besitz veräußert zu haben. Sein Rechtsbeistand betonte, dass sein Mandant vorwiegend mit Militaria (Militärsammlerobjekte) aus dem Ersten Weltkrieg gehandelt habe und die NS-Objekte nur einen geringen Teil seines Sortiments dargestellt hätten.

Gerichtsurteil

Richter Hanspeter Draxler stellte die Glaubwürdigkeit des Angeklagten in Frage. In seinem Schlusswort bekundete der 56-Jährige Bedauern und behauptete, falsch informiert gewesen zu sein. Ungeachtet seiner Beteuerungen verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten, wovon sechs Monate unbedingt zu verbüßen sind.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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KO KOSMO-Redaktion
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