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Megaprojekt

China baut Belgrads neues Wahrzeichen – 52.000 Plätze, eine Milliarde Euro

China baut Belgrads neues Wahrzeichen – 52.000 Plätze, eine Milliarde Euro
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Serbien baut – und dahinter steckt mehr als Beton und Stahl: Ein Milliardenprojekt verändert gerade mehr als nur Belgrads Skyline.

Serbien baut sein Nationalstadion – und das Projekt hat es in sich: 52.000 Sitzplätze, eine Gesamtfläche von 76.000 Quadratmetern, rund 12.600 Tonnen verbauter Stahl und vier begrünte Ringe, die an Stahlkabeln hängen und die Tribünen wie schwebend über der Arena erscheinen lassen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp eine Milliarde Euro. Das künftige Nationalstadion soll das neue Heimstadion der serbischen Fußballnationalmannschaft werden und ist die einzige Anlage im Land, die sowohl die Anforderungen der FIFA für Weltmeisterschaften als auch jene der UEFA für ihre Klubwettbewerbe erfüllt.

Realisiert wird das Vorhaben von der China State Construction Engineering Corporation, kurz CSCEC – einem der größten Baukonzerne weltweit. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 1. Mai 2024 statt. Seither schreiten die Arbeiten zügig voran: Die erste Phase der Stahlmontage wurde kürzlich abgeschlossen, womit das Stadion erstmals sichtbar Gestalt annimmt.

Jahrelange Vorgeschichte

Dabei war der Weg bis zum ersten Spatenstich alles andere als kurz. Diskutiert wurde das Projekt bereits seit 2013 – damals noch mit einer Kostenschätzung von lediglich 250 Millionen Euro. Bis zur endgültigen Entscheidung vergingen weitere Jahre: Der Standort im Belgrader Vorort Surcin wurde erst 2018 festgelegt, die Finanzierung durch die serbische Regierung gesichert, und die tatsächlichen Kosten stiegen auf das Vierfache der ursprünglichen Schätzung.

Die technischen Dimensionen des Bauwerks sind beachtlich. Auf einer Grundfläche von 76.000 Quadratmetern entstehen Tribünen, Dachkonstruktion und die charakteristischen Hängeelemente – allesamt aus insgesamt 12.600 Tonnen Stahl gefertigt. Die nun abgeschlossene erste Aufrichtung der Stahlstruktur markiert den Übergang in jene Bauphase, in der das Stadion von außen erkennbar wird.

Chinesischer Einfluss

Neben CSCEC ist auch die Power Construction Corporation of China, bekannt als PowerChina, als Generalunternehmer in das Projekt eingebunden. Damit liegt das größte Sportinfrastrukturprojekt der serbischen Geschichte vollständig in den Händen chinesischer Staatskonzerne – ein Umstand, der über den Fußball hinaus Bedeutung hat. Für Peking ist der Bau in Belgrad Teil einer globalen Strategie, mit der China seine Ingenieur- und Bauleistungen in Dutzenden Ländern exportiert und gleichzeitig wirtschaftliche Abhängigkeiten schafft.

In den vergangenen Jahren hat Peking seinen Einfluss auf dem Balkan durch Kredite, Infrastrukturprojekte und Handelsabkommen systematisch ausgebaut. Für Serbien, das der Europäischen Union nicht angehört, bietet chinesische Finanzierung eine willkommene Alternative zu EU-Fördermitteln, die häufig an politische Bedingungen geknüpft sind, die Belgrad nicht bereit ist zu akzeptieren. Das Nationalstadion ist die bislang sichtbarste Manifestation dieser Partnerschaft.

Nach seiner Fertigstellung soll das Stadion nicht nur der Nationalmannschaft als Heimstätte dienen, sondern auch für Begegnungen in europäischen Vereinswettbewerben sowie für die traditionsreichen Derbys zwischen Roter Stern Belgrad und Partizan genutzt werden können.

Sofern die Zeitpläne eingehalten werden, ist die Eröffnung für Ende 2026 vorgesehen.

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KO KOSMO-Redaktion
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