Salzburg zieht die Reißleine: Ab Sommer 2026 gilt für ausländische Kennzeichen mitten in der Stadt eine harte Grenze.
Ort des Geschehens
Salzburg greift in der Debatte um überlastete Straßen zu einem ungewöhnlichen Mittel: Vom 1. Juli 2026 an sind Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen vom Durchfahrtsverkehr in der Innenstadt rund um die Staatsbrücke ausgeschlossen. Die Einschränkung gilt zunächst für Juli und August und soll dazu beitragen, täglich etwa 1.000 Kfz-Fahrten aus dem Stadtzentrum herauszuhalten. Konkret betroffen sind die Zufahrten über den Müllner Hügel, das Neutor, die Imbergstraße sowie die Schwarzstraße ab dem Makartplatz.
Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) sagte bei der Vorstellung der Regelung am Montag: „Schon 1.000 Fahrzeuge zusätzlich bringen das System an die Grenzen“.
Park-and-Ride-Ausbau
Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Maßnahme unumgänglich, um Staus, Lärm und lange Wartezeiten im Zentrum spürbar zu senken. Für Tagesgäste, die mit dem Auto anreisen, baut Salzburg künftig auf ein ausgebautes Park-and-Ride-System: Parkplätze bei der Messe, beim Outlet-Center sowie im Süden der Stadt sollen als Ausgangspunkte dienen, von wo aus Besucherinnen und Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren können. Ein Tagesticket ist für 7,50 Euro erhältlich und schließt ein Öffi-Ticket für bis zu fünf Personen ein.
Ausnahmen & Kontrollen
Hintergrund der Entscheidung ist die alljährliche Überlastung des Straßennetzes in den Sommermonaten, wenn zahlreiche Tagesgäste mit dem eigenen Fahrzeug in die Mozartstadt strömen. Ausgenommen von der Zufahrtsbeschränkung sind Hotelgäste, Lieferdienste, Menschen mit Behinderung sowie Personen, die einen Arbeitsplatz in der Altstadt nachweisen können. Die Einhaltung der neuen Regelung soll zunächst durch Polizeikontrollen sichergestellt werden – zu einem späteren Zeitpunkt ist auch der Einsatz von Videoüberwachung vorgesehen.