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Eskalation

Das sind die Ziele und Folgen von Israels Angriff auf den Iran

Das sind die Ziele und Folgen von Israels Angriff auf den Iran
FOTO: EPA/ ATEF SAFADI
3 Min. Lesezeit |

Israels Luftwaffe legt iranische Atomanlagen lahm und tötet hochrangige Militärführer. Die Eskalation zwischen den Erzfeinden erreicht ein beispielloses Ausmaß.

Die iranischen Atomanlagen in Natans und Fordo wurden seit Freitag zum Ziel massiver israelischer Bombardements. Laut Meldungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) haben iranische Regierungsvertreter neben den Angriffen auf diese unterirdischen Urananreicherungsanlagen auch Beschädigungen an der Uran-Umwandlungsanlage in Isfahan bestätigt. Nach Auswertung von Satellitenbildern dokumentierte das Internationale Institut für Wissenschaft und internationale Sicherheit (Isis) in Natans „ausgedehnte“ Schäden an der oberirdischen Stromversorgung. Ein solcher Energieausfall könne dem Institut zufolge schwerwiegende Folgen für die unterirdischen Zentrifugen zur Urananreicherung haben und die Anlage „zumindest vorübergehend“ außer Funktion setzen.

Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben durch gezielte Angriffe auf zahlreiche Raketenwerfer und Luftabwehrstellungen die iranische Luftverteidigung im westlichen Landesteil bis nach Teheran weitgehend neutralisiert. Dies verschaffe Israel nun vollständige „Handlungsfreiheit“ im iranischen Luftraum. Allein in der Nacht zum Sonntag wurden nach israelischen Militärangaben mehr als 80 Ziele in der iranischen Hauptstadt attackiert. Die israelische Armee forderte Bewohner in der Nähe von Waffenproduktionsstätten auf, sich in Sicherheit zu bringen. Iranische Behörden reagierten mit der Öffnung von Moscheen, U-Bahnstationen und Schulgebäuden als Schutzräume für die Zivilbevölkerung.

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Militärische Verluste

Die israelischen Luftschläge seit Freitag forderten in den Reihen der iranischen Militärführung zahlreiche Todesopfer. Unter den Getöteten befinden sich der Kommandeur der Revolutionsgarden Hussein Salami, Armeechef Mohammad Bagheri, der stellvertretende Leiter des Militärgeheimdienstes Gholamresa Mehrabi sowie der stellvertretende Militär-Einsatzleiter Mehdi Rabbani. Nach israelischen Angaben wurde zudem nahezu die gesamte Führungsebene der Luftwaffe der Revolutionsgarden ausgeschaltet. Die Angriffe kosteten auch neun iranischen Atomwissenschaftlern das Leben.

In einer Ausweitung der Militäroperation griff Israel am Sonntag zwei Treibstoffdepots in Teheran an. Ein AFP-Korrespondent beobachtete einen Brand in einem Treibstofflager in Sharan nordwestlich der Hauptstadt. Übereinstimmenden Berichten beider Konfliktparteien zufolge wurde auch das iranische Verteidigungsministerium in Teheran zum Angriffsziel. Israel bestätigte zudem Attacken auf das Hauptquartier des militärischen Atomprojekts SPND sowie ein Archiv mit Dokumenten zur iranischen Atomforschung.

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Zivile Opfer

Der iranische UN-Botschafter Amir Irawani bezifferte am Freitag die Zahl der bei den israelischen Angriffen getöteten Personen auf 78, die der Verletzten auf 320. Seither veröffentlichte Teheran keine aktualisierten Opferzahlen. Auf israelischer Seite wurden nach Angaben der Rettungsdienste seit Freitag mindestens 13 Menschen durch iranische Raketenangriffe getötet und etwa 380 weitere verletzt. In der israelischen Stadt Bat Jam wurden am Sonntag unter den Trümmern eines zerstörten Wohngebäudes noch sieben Personen vermisst.

Israel begründet sein militärisches Vorgehen mit dem fortgeschrittenen iranischen Atomprogramm. Der Iran wertet die Angriffe als „Kriegserklärung“ und reagiert mit Raketen- und Drohnenattacken auf israelisches Territorium. Die gegenwärtigen gegenseitigen Angriffe stellen die schwersten militärischen Auseinandersetzungen in der Geschichte beider Staaten dar.

Im Zentrum des langjährigen Atomkonflikts steht die Anreicherung von Uran, das sowohl zivil als auch zum Bau von Atomwaffen genutzt werden kann – entscheidend ist dabei der Anreicherungsgrad des spaltbaren Isotops U235.

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KO KOSMO-Redaktion
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