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Tierschutz

Delfin Oliver verzaubert Kroatien – doch die Nähe wird zur Gefahr

Delfin Oliver verzaubert Kroatien – doch die Nähe wird zur Gefahr
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Delfin sorgt an der kroatischen Küste für Aufsehen – und seine Nähe zu Menschen wird für alle Beteiligten zur Gefahr.

In den vergangenen Wochen kursieren in sozialen Netzwerken zahlreiche Videoaufnahmen, die einen Großen Tümmler zeigen, der sich Schwimmern und Booten auffällig nah nähert. Die aus Kroatien stammenden Clips wurden vielfach geteilt und lösten sowohl bei Urlaubern als auch bei Einheimischen große Begeisterung aus. Meeresbiologen des Blue World Institute haben nun bestätigt, dass es sich bei dem Tier um den Großen Tümmler namens Oliver handelt, wie die Kleine Zeitung berichtet.

Olivers Geschichte

Oliver ist in Fachkreisen kein unbekanntes Tier. Erstmals dokumentiert wurde er im Mai 2021 als Jungtier, gemeinsam mit seiner Mutter im Velebit-Kanal. Später rückte er in den Fokus der Forscher, als festgestellt wurde, dass sich ein Seil um seinen Schwanzansatz gewickelt hatte.

Mehrere Befreiungsversuche blieben damals erfolglos. Aktuelle Aufnahmen zeigen nun, dass das Seil nicht mehr vorhanden ist – die Narben allerdings, so das Blue World Institute, seien nach wie vor deutlich erkennbar. Den Gesundheitszustand des Delfins schätzen die Experten dennoch als gut ein.

Die Videos dokumentieren, wie Oliver Menschen gegenüber keinerlei Scheu zeigt, neben Schwimmern auftaucht und in manchen Situationen sogar körperliche Berührungen zulässt. In einzelnen Aufnahmen ist zu sehen, wie Personen ihn an der Rückenflosse festhalten. Genau diese Szenen bereiten Wissenschaftlern große Sorge, denn das berge, wie sie warnen, „erhebliche Risiken für Mensch und Tier“.

Das Verhalten des Großen Tümmlers entspreche jenem, das bei sogenannten Einzelgänger-Delfinen häufig beobachtet werde – Tiere, die über längere Zeiträume von Artgenossen getrennt leben und stattdessen die Gesellschaft von Menschen suchen.

Warnung der Experten

Die wachsende Aufmerksamkeit in sozialen Medien könnte sich für Oliver als problematisch erweisen. Meeresbiologen verweisen auf Erfahrungen aus anderen Regionen, wo einzelne Delfine, die sich an Menschen gewöhnt hatten, zunehmend bedrängt wurden – durch Berührungsversuche, Fütterungen oder das Verfolgen mit Booten.

Die Experten betonen, dass Delfine trotz ihres freundlich wirkenden Auftretens Wildtiere sind. Unangemessene Annäherungen können Stress auslösen und aggressives Verhalten hervorrufen. Hinzu kommt das Risiko einer Krankheitsübertragung zwischen Mensch und Tier.

In Kroatien sind wild lebende Delfine nach nationalem Naturschutzrecht streng geschützt, weshalb das Schwimmen mit Delfinen, ihre Berührung sowie das Füttern oder Jagen als Belästigung gelten und untersagt sind. Die Forscher appellieren daher nachdrücklich daran, Oliver weder zu berühren noch mit ihm zu schwimmen, ausreichend Abstand zu wahren und auch Kindern keine Annäherung zu gestatten. Wer dem Delfin begegnet, solle die Situation ausschließlich aus sicherer Distanz beobachten.

Gesichtet wurde Oliver im Novigrader Meer, einer Bucht in der nördlichen Adria, sowie im Velebit-Kanal.

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KO KOSMO-Redaktion
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