Eine 76-jährige deutsche Touristin ist gestern auf der kroatischen Insel Pasman verstorben. Die Frau erlitt am Strand einen medizinischen Notfall. Trotz sofortiger Reanimationsversuche durch den Rettungsdienst konnte ihr Leben nicht gerettet werden.
Der Vorfall nahm jedoch eine unerwartete Wendung, als der Parlamentsabgeordnete Igor Peternel von der DOMiNO-Partei (kroatische Regionalpartei), der zufällig Zeuge war, in sozialen Netzwerken ein Foto des mit einem Laken bedeckten Leichnams veröffentlichte. „Ich habe die Wiederbelebungsversuche im Rettungswagen mit eigenen Augen verfolgt“, berichtete Peternel. „Nach der erfolglosen Reanimation legten die Sanitäter den Leichnam einfach auf die Straße neben der Kirche und fuhren davon. Augenzeugen berichten, dass die Verstorbene dort mehrere Stunden lag und sogar Ameisen über den Körper krochen.“
📍 Ort des Geschehens
Scharfe Kritik
Peternel kritisierte das Vorgehen der Behörden scharf. „Wo bleibt die Polizei? Wo ist der Leichenbeschauer? In was für einem System leben wir eigentlich?“, empörte sich der Abgeordnete. Im Gespräch mit dem Portal Index fügte er hinzu: „Die Angehörigen werden daraus mit Sicherheit einen internationalen Skandal machen – und das völlig zu Recht.“
Die Insel Pasman gehört zur Gespanschaft Zadar und ist ein beliebtes Urlaubsziel für deutsche Touristen. Nach kroatischem Recht müssen Todesfälle außerhalb medizinischer Einrichtungen von einem Leichenbeschauer dokumentiert und die sterblichen Überreste ordnungsgemäß behandelt werden, bis die zuständigen Behörden das weitere Vorgehen festlegen.
Eine Anfrage zu dem Vorfall wurde an das Institut für Notfallmedizin der Gespanschaft (kroatische Verwaltungseinheit) Zadar gerichtet.
Die Antwort steht noch aus und wird veröffentlicht, sobald sie eingeht.