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Politikkonflikt

Djokovic warnt: „Wir bewegen uns am Rande eines Bürgerkriegs

Djokovic warnt: „Wir bewegen uns am Rande eines Bürgerkriegs
(FOTO: EPA/TOLGA AKMEN)
3 Min. Lesezeit |

Tennisstar Djokovic verlegt sein ATP-Turnier von Belgrad nach Athen und spricht offen über die angespannte Lage in seiner Heimat Serbien.

Novak Djokovic und die anderen Organisatoren haben entschieden, das ATP-Turnier, das in Belgrad stattfinden sollte, nach Athen zu verlegen. Viele interpretierten diesen Schritt als Folge von Unstimmigkeiten mit den serbischen Behörden. Der Tennis-Superstar hatte in der Vergangenheit mehrfach öffentlich seine Unterstützung für Studenten und andere Teilnehmer der monatelangen Protestbewegung zum Ausdruck gebracht.

Die ATP bestätigte die Verlegung des ursprünglich für November 2025 geplanten ATP-250-Turniers offiziell. Als Grund nannten die Organisatoren, dass die notwendigen Bedingungen für eine Austragung in Serbien nicht gewährleistet werden konnten. Serbische und griechische Medien verweisen zusätzlich auf politische Spannungen zwischen Djokovic und der serbischen Regierung, die sich nach seiner öffentlichen Unterstützung für die Studentenproteste verschärft haben.

„Ich kann bestätigen, dass eine Verlegung des Turniers nicht unsere Absicht war – mehr möchte ich dazu nicht sagen“, erklärte Djokovic und fügte hinzu: „Ich hoffe auf eine Rückkehr der Veranstaltung nach Serbien.“ Der Wunsch, das Turnier auszurichten, ist nach wie vor da, doch mein Bruder Djordje als Turnierorganisator sah sich gezwungen, einen alternativen Austragungsort zu finden. Ich blicke auf bessere Zeiten, in denen wir das Event auf höherem Niveau organisieren können – das Belgrader Publikum hat eine besondere Leidenschaft für Tennis.“

Politische Spannungen

Zur angespannten Situation in seinem Heimatland äußerte sich der Weltklassespieler besorgt: „Die Lage im Land ist derzeit so, dass Sport für die Menschen momentan in den Hintergrund rückt. Wir erleben einen Umbruch, sowohl in der Bevölkerung als auch auf staatlicher Ebene. Die aufgeheizten Gemüter müssen sich beruhigen – wir bewegen uns am Rande eines Bürgerkriegs. Ich hoffe auf eine Entspannung der Situation, auch wenn die Anzeichen derzeit nicht darauf hindeuten“, so der 24-fache Grand-Slam-Champion.

⇢ Gefesselt und geknebelt: Serbiens Regime greift brutal durch

Djokovic hatte sich nach dem tödlichen Einsturz eines Bahnsteigdachs in Novi Sad im November 2024 öffentlich mit den Demonstrierenden solidarisiert und mehrfach betont, dass Serbiens Zukunft von der engagierten Jugend abhänge. Diese Haltung wird von mehreren Medien als Auslöser für die Verschärfung seines Verhältnisses zur serbischen Regierung und als Hintergrund für die Turnierverlegung betrachtet.

US Open Auftakt

Im Gespräch mit serbischen Medien vor den US Open in New York thematisierte er die Turnier-Verlegung und die Situation in seinem Heimatland, wie SportKlub berichtet. Djokovics letzter offizieller Auftritt war das Finale von Wimbledon. Bei den US Open trifft der Serbe in der ersten Runde auf den Amerikaner Lerner Tien, die Nummer 48 der Weltrangliste.

Die Begegnung ist für die Nacht von Sonntag auf Montag um 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit angesetzt.

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KO KOSMO-Redaktion
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