Ein Autobahnprojekt ohne internationale Geldgeber: Zwischen Raca und Bijeljina entsteht ein 20 Kilometer langes Teilstück, das die Region nachhaltig verändern wird.
Die Autobahn Belgrad – Banja Luka entwickelt sich zum Herzstück der Infrastruktur in der Republika Srpska (serbischer Landesteil Bosniens). Derzeit läuft der Bau des ersten 20 Kilometer langen Teilstücks zwischen Raca und Bijeljina planmäßig. Bemerkenswert ist, dass das Projekt vollständig aus eigenen Mitteln der Republika Srpska und der Republik Serbien finanziert wird – ein Umstand, der dem Vorhaben besondere Bedeutung verleiht.
Die Finanzierung des Projekts belauft sich auf zwischen 258 und 302 Millionen Konvertible Mark, die von beiden Republiken gemeinsam aufgebracht werden. Zusätzlich stellte die Republik Serbien eine Spende von 10 Millionen Euro zur Verfügung, was die strategische Bedeutung dieser Verkehrsverbindung unterstreicht. Die Fertigstellung des Abschnitts ist bis Ende 2025 geplant, wobei die Arbeiten von einem internationalen Konsortium aus Integral Inžinjering Laktaši, Srbijaautoput Beograd und IG Banjaluka durchgeführt werden.
Für das öffentliche Unternehmen „Autoputevi Republike Srpske“ ist die Umsetzung dieses Schlüsselprojekts ein besonderer Meilenstein im strategischen Ausbau des Verkehrsnetzes. Die positiven Auswirkungen von Autobahnanbindungen haben bereits die Gemeinden Banja Luka, Laktasi, Doboj und Gradiska erfahren. Zweifellos wird auch die Region Semberija durch die neue Verbindung einen deutlichen Entwicklungsschub erleben – mit neuen Perspektiven für Wirtschaftswachstum und regionalen Aufschwung.
Die Anrainer müssen während der Bauphase zwar mit Lärm durch Baufahrzeuge und Maschinen leben, doch die Vorteile der fertigen Autobahn lassen diese vorübergehenden Unannehmlichkeiten schnell vergessen. „Besonders die landwirtschaftlich geprägte Semberija mit ihrer Lebensmittelindustrie und dem Potenzial für weitere Wirtschaftszweige wird profitieren. Wir beobachten regelmäßig, dass entlang neuer Autobahnabschnitte umgehend Anfragen für Produktionshallen und Gewerbeflächen eingehen„, erläutert ein Projektverantwortlicher.
Strategisches Verkehrsnetz
Das Konzept eines umfassenden Autobahn- und Schnellstraßennetzes in der Republika Srpska existiert bereits seit langem. „Zunächst wurden die westlichen Verbindungen Banja Luka-Gradiska und Banja Luka-Doboj fertiggestellt. Nun erleben wir mit dem Abschnitt von Raca nach Bijeljina den Beginn der östlichen Erschließung„, erklärt der Sprecher des Unternehmens „Autoputevi“.
Die neue Strecke wird darüber hinaus mit zwei Autobahnkreuzen ausgestattet und einen neuen Zollterminal erhalten, was die grenzüberschreitende Bedeutung des Projekts verdeutlicht. Die Überwachung der Bauarbeiten erfolgt durch ein internationales Team aus Experten aus Bosnien-Herzegowina, Serbien und Frankreich, was die hohen Qualitätsstandards des Projekts sicherstellt.
Bauliche Fortschritte
Jaksa Adzic, Chefingenieur des Autobahnprojekts Bijeljina-Raca, weist auf die neun Ingenieurbauwerke entlang der Strecke hin. Der stellvertretende Bauleiter Tomislav Miljevic berichtet über den aktuellen Baufortschritt: „Derzeit errichten wir Dämme an vier verschiedenen Abschnitten. Parallel laufen Pfahlarbeiten am Bauwerk O7, gefolgt von der Herstellung von Kopfbalken und Pfeilern. Am Bauwerk O2 werden bereits Kopfbalken gefertigt.
Zusätzlich lösen wir Leitungskonflikte mit Nieder- und Mittelspannungsleitungen entlang der Trasse und verlegen eine Wasserleitung in unmittelbarer Nähe des Bauwerks O7. Auch die Arbeiten an Rohrdurchlässen sowie zwei Plattendurchlässen PP1 und PP2 schreiten voran.“