Milorad Dodik, Präsident der Republika Srpska, behauptet, dass eine britische Spezialeinheit mit dem Auftrag seiner Liquidierung nach Bosnien und Herzegowina entsandt worden sei. Laut Dodik hätten ihn drei europäische Staatspräsidenten sowie ein Regierungschef über die Ankunft von etwa vierzig britischen Soldaten informiert.
„Sie kamen nicht, um mich zu verhaften, sondern um mich zu ‚erledigen‘ – mit der vorbereiteten Erklärung, ich hätte Widerstand geleistet. Ein klassisches Mafia-Prinzip: Beseitige den Menschen, und das Problem verschwindet. Sie haben ihren Plan nicht aufgegeben, schweigen aber derzeit“, erklärte Dodik gegenüber der Zeitung Vecernje novosti.
Der Präsident der Republika Srpska betonte, dass ihn „politische Prozesse niemals brechen werden“ und er entschlossen sei, weiterhin „für die RS zu kämpfen“. Aus Brüssel sei ihm nahegelegt worden, sich zurückzuziehen – ein Ansinnen, das er kategorisch ablehnt: „Diesen Gefallen werde ich ihnen nicht tun. Ich werde nicht zurücktreten, selbst wenn die NATO käme, um mich festzunehmen.“
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Ermittlungsverfahren läuft
Hintergrund ist, dass gegen Dodik, der bislang nicht rechtskräftig verurteilt wurde, ein Ermittlungsverfahren läuft. Er weigert sich, einer Vorladung der Staatsanwaltschaft von Bosnien und Herzegowina Folge zu leisten. Der Verdacht lautet auf Beteiligung an einem Angriff auf die verfassungsrechtliche Ordnung des Landes.
Neben Dodik stehen auch der Parlamentspräsident der Republika Srpska, Nenad Stevandic, sowie Ministerpräsident Radovan Viskovic unter Verdacht.
Trotz der angeblichen Bedrohungslage versicherte Dodik, er fühle sich nicht isoliert und bewege sich normal in der Öffentlichkeit.
Die britische Regierung hat sich zu den schwerwiegenden Anschuldigungen Dodiks bislang nicht öffentlich geäußert. Bei bisherigen diplomatischen Treffen hatte London lediglich seine Besorgnis über Dodiks verfassungswidrige Schritte zum Ausdruck gebracht, ohne auf Pläne für eine Spezialoperation hinzuweisen.
Dodik steht bereits seit längerem im Fokus internationaler Strafverfolgung. In einem laufenden Verfahren wurde er zu einem Jahr Haft sowie einem sechsjährigen Politikverbot verurteilt, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Interpol wurde offenbar ersucht, einen internationalen Haftbefehl gegen den Politiker auszustellen.
Die EU und westliche Staaten warnen seit Jahren, dass Dodiks separatistische Politik und wiederholte Brüche des bosnischen Staatsrechts das Land destabilisieren und erneut Konflikte im Westbalkan auslösen könnten.