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Reformpläne

Dodik verspricht 1.000-Euro-Gehälter – trotz Amtsentzug

Dodik verspricht 1.000-Euro-Gehälter – trotz Amtsentzug
FOTO: EPA-EFE/ANDREJ CUKIC
2 Min. Lesezeit |

Der scheidende Präsident der Republika Srpska (serbischer Landesteil Bosniens), Milorad Dodik, hat weitreichende wirtschaftliche Verbesserungen für die Bevölkerung angekündigt. Bis Ende kommenden Jahres soll das Durchschnittsgehalt in der Teilrepublik auf 1.000 Euro ansteigen. Zudem plant Dodik eine deutliche Anhebung des Mindestlohns von derzeit 900 auf 1.100 Konvertible Mark (etwa 550 Euro) mit Beginn des neuen Jahres.

Dodiks Ankündigungen stehen vor dem Hintergrund einer bereits positiven Entwicklung: Das durchschnittliche Nettogehalt in Bosnien und Herzegowina lag im März 2025 bei 1.534 Konvertiblen Mark (etwa 784 Euro) und damit um 13,4 Prozent höher als im Vorjahr. Dabei verzeichnet das Land ein reales BIP-Wachstum von 2,8 Prozent bei einer moderaten Inflationsrate von 1,7 Prozent.

In einem Interview im Morgenprogramm des Senders RTRS bekräftigte Dodik auch sein Vorhaben, ein staatliches Kindersparvermögen einzuführen. Nach diesem Konzept würde der Staat für jedes Neugeborene einen Fonds einrichten und einen Grundbetrag von 1.000 Konvertiblen Mark (rund 500 Euro) einzahlen, sobald das entsprechende Gesetz verabschiedet ist.

Dodiks Amtsentzug

Die politische Zukunft Dodiks bleibt jedoch ungewiss. Die Zentrale Wahlkommission von Bosnien und Herzegowina hat ihm sein Präsidentenamt in der Republika Srpska entzogen. Grundlage dafür ist ein rechtskräftiges Urteil des Gerichts von Bosnien und Herzegowina von Anfang August, das Dodik zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilte und ihm für sechs Jahre die Ausübung öffentlicher Ämter untersagte.

Die Gefängnisstrafe konnte Dodik durch eine Zahlung von 18.000 Euro abwenden. Der Amtsentzug hat die politische Situation in der Republika Srpska erheblich beeinflusst und wirft Fragen über die Umsetzung der angekündigten Wirtschaftsreformen auf, da die Finanzierung und politische Durchsetzbarkeit der geplanten Maßnahmen nun ungewiss sind.