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Euroisierung

Ein Jahr im Zeichen des Euro: Kroatien und die neue Währung

(FOTO: iStock/Andrzej Rostek)
(FOTO: iStock/Andrzej Rostek)

Am 1. Januar 2023 trat Kroatien als zwanzigstes EU-Mitgliedsland dem Euro bei. Der Euro ersetzte die Kuna als Währung. Die österreichische Bevölkerung begrüßte dies mehrheitlich. Doch wie geht es Kroatien heute damit? Und hat sich die Angst um den Preisanstieg in Kroatien bestätigt?

Laut einer Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) aus dem Dezember 2022 befürworten 56 Prozent der Befragten die Euro-Einführung in Kroatien. Während nur 21 Prozent dies als schlechte Entscheidung sahen. Paul Schmidt von der ÖGfE betonte damals, dass Kroatien mit der Euro-Einführung und dem bevorstehenden Schengen-Beitritt weitere Integrationsschritte macht.

Kroatische Skepsis und politischer Fokus

Trotz positiver Resonanz in Österreich gab es in Kroatien geteilte Meinungen. Die politische Elite betont die Vorteile, darunter eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit und verbessertes Rating. Premier Andrej Plenković hebte niedrigere Zinssätze und das Wegfallen des Währungsrisikos hervor. Dennoch äußerten Bürger Bedenken über mögliche massive Preiserhöhungen nach der Euro-Einführung.

Preiserhöhungen

Nach der Euro-Einführung beschweren sich kroatische Bürger über spürbare Preisanstiege bei Waren und Dienstleistungen. Premierminister Plenković reagierte, betonte, dass die Euro-Einführung keine Rechtfertigung für Preiserhöhungen sei. Ein Treffen mit Ministern und Kontrollbehörden sowie Gespräche mit dem Einzelhandel hätten Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Preiserhöhungen ergreifen sollen.

Wirtschaftliche Hintergründe

Kroatiens EU-Beitritt 2013 erfolgte in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Die lang anhaltende Rezession, bedingt durch hohe Auslandsverschuldung und Euroisierung, führte zu einem starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. Die Arbeitslosigkeit sank durch Abwanderung, doch der Arbeitskräftemangel und die Inflation bleiben Herausforderungen.

Historischer Wandel

Die kroatische Kuna, seit 1994 offizielles Zahlungsmittel, wurde zum 1. Januar 2023 durch den Euro ersetzt. Dies erleichtert Millionen europäischen Touristen das Reisen, da kein Währungstausch mehr notwendig ist.

Euro-Einführung in turbulenten Zeiten

Die Einführung des Euro erfolgt zu turbulenten Zeiten durch die Covid-19-Pandemie, den Ukrainekrieg und steigende Inflation. Kroatien, verpflichtet durch EU-Verträge, setzte den Euro als logischen Schritt zur Währungsstabilität fort. Die Euroisierung der Wirtschaft und die Erwartung von Vorteilen im Tourismus prägen diese Entscheidung.

Mythos Preisanstieg

Skeptiker befürchteten einen Preisanstieg nach der Euro-Einführung. Analysen aus EU-Ländern zeigen jedoch nur geringe Auswirkungen auf die Inflation. Die gefühlte Inflation resultiert oft aus der Wahrnehmung und entspricht nicht dem tatsächlichen Anstieg der Preise.

Österreicher befürworten Euro-Einführung in Kroatien

Ein Jahr nach der Euro-Einführung in Kroatien sind positive Entwicklungen im Tourismus verzeichnet worden. Die kroatische Bevölkerung bleibt jedoch skeptisch, vor allem hinsichtlich möglicher Preiserhöhungen. Trotz Herausforderungen durch die Pandemie und geopolitische Ereignisse stabilisiert sich die kroatische Wirtschaft nach Jahren der Rezession langsam.