Die Familienzusammenführung syrischer Flüchtlinge in Österreich stockt dramatisch. Nach einem Machtwechsel in Damaskus verschärfen sich die Einreisebedingungen massiv.
Die Familienzusammenführung für syrische Flüchtlinge in Österreich steht nahezu still. Im Januar wurden nur 14 Einreisen genehmigt, verglichen mit 400 im September des Vorjahres. Diese drastische Reduzierung ist eine Folge des Machtwechsels in Damaskus, nach dem syrische Anträge nur noch in Ausnahmefällen bearbeitet werden. Rund 3.600 Syrer warten aktuell auf eine Entscheidung über ihre Einreiseanträge.
Bearbeitungsstopp und Rückstau
Seit der Verschärfung der Kontrollen durch das Innenministerium vor dem Machtwechsel in Damaskus hat sich die Situation weiter zugespitzt. Die Bearbeitung syrischer Anträge wurde weitgehend ausgesetzt, was zu einem erheblichen Rückstau geführt hat. Bis Ende Januar warteten insgesamt 4.624 Einreiseanträge auf Bearbeitung, davon 3.607 von Syrern ohne Entscheidung. Die Zahl der Einreiseverweigerungen stieg von 40 im September auf 1.865 im Januar, wobei im Januar 1.836 syrische Bürger betroffen waren.
Der SPÖ-Abgeordnete Christian Oxonitsch hat im Rahmen einer Anfragebeantwortung auf die drastischen Veränderungen hingewiesen. Während im September 444 Einreisebewilligungen erteilt wurden, davon 400 an Syrer, durften im Januar insgesamt nur 91 Personen nach Österreich reisen, um einen Antrag auf Familiennachzug zu stellen. Afghanen stellten mit 31 Zulassungen die größte Gruppe dar.
Verschärfte Kontrollen
Vor dem Machtwechsel in Damaskus hatte das Innenministerium die Kontrollen beim Familiennachzug bereits verschärft, insbesondere durch DNA-Tests zur Bestätigung familiärer Bindungen. Zwischen Juli 2024 und Januar 2025 wurden 45 Kostenrückerstattungen im Gesamtwert von 71.547,56 Euro vorgenommen, da sich die Verwandtschaftsverhältnisse bestätigten. Über die Anzahl der durchgeführten Tests und deren Ergebnisse gibt es keine statistischen Angaben.
Syrische Verfahren werden derzeit nur fortgesetzt, wenn zwingende humanitäre Umstände vorliegen.
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