In Wien befindet sich ein 29-jähriger Rumäne in Untersuchungshaft, nachdem er seit Ende April mindestens acht junge Frauen mit Exkrementen attackiert haben soll. Die Übergriffe fanden vorwiegend an Stationen der U-Bahnlinie U6 statt. Besonders besorgniserregend: Die verwendeten Becher enthielten neben Fäkalien auch gebrauchte Injektionsnadeln und möglicherweise kontaminierte Gegenstände. Die Staatsanwaltschaft warnt daher vor einem potenziellen Hepatitis-Infektionsrisiko für die betroffenen Frauen.
Die Angriffsserie begann Ende April, nahm jedoch ab Mitte Juni deutlich an Intensität zu. Zwischen dem 15. und 28. Juni wurden allein vier Attacken registriert. Bei einem Vorfall am 2. Juli traf es eine 25-Jährige am Auge. Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass die Dunkelziffer höher sein könnte und weitere Opfer existieren.
Tatmuster erkannt
Auffällig ist das Muster der Übergriffe: Sie ereigneten sich fast ausschließlich im Bereich von U6-Stationen und richteten sich ausnahmslos gegen junge Frauen. Laut Anklage soll der Verdächtige Kot aus einer mobilen Toilette entnommen, in Becher gefüllt und damit gezielt Frauen beworfen oder ihnen die Exkremente ins Gesicht geschüttet haben. Das mobile WC, das der Mann nutzte, stand in unmittelbarer Nähe einer als Drogenumschlagplatz bekannten U-Bahnstation.
📍 Ort des Geschehens
Medizinische Maßnahmen eingeleitet
Nach den Vorfällen haben die Wiener Gesundheitsbehörden allen betroffenen Frauen umgehend eine medizinische Abklärung und prophylaktische Behandlung empfohlen. Da die Becher neben Fäkalien auch gebrauchte Spritzen enthielten, besteht ein erhöhtes Risiko für Hepatitis-B-Infektionen. Experten des Wiener Gesundheitsverbunds haben die Opfer unmittelbar nach den Attacken medizinisch untersucht und über weitere notwendige Schutzmaßnahmen informiert, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
Rechtliche Folgen
Das Landesgericht Wien sieht sowohl Tatbegehungs- als auch Fluchtgefahr, wie Gerichtssprecherin Christina Salzborn am Freitag gegenüber der APA (Austria Presse Agentur) bestätigte. Die Anklagebehörde ermittelt wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und vorsätzlicher Gefährdung durch übertragbare Krankheiten. Der Beschuldigte hat die Taten eingeräumt, behauptet jedoch, auf Anweisung anderer Männer gehandelt zu haben.
Da eine schwerwiegende psychische Störung nicht ausgeschlossen werden kann, wurde ein psychiatrischer Sachverständiger hinzugezogen. Ein entsprechendes Gutachten soll nun klären, ob der 29-Jährige zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig und damit schuldfähig war.
Parallel dazu prüft die Polizei, ob es weitere Betroffene gibt, die sich bislang nicht gemeldet haben.