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West-Nil-Virus

Elf Tote in Italien: Gelsen verbreiten tödliches Fieber

Elf Tote in Italien: Gelsen verbreiten tödliches Fieber
FOTO: iStock
4 Min. Lesezeit |

In Italien breitet sich das West-Nil-Virus alarmierend aus: 89 Infektionen und elf Todesfälle wurden bereits registriert – ein dramatischer Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Das West-Nil-Virus, ursprünglich aus Afrika stammend, verzeichnet in Italien aktuell einen besorgniserregenden Anstieg. Bis Ende Juli wurden dort 89 Infektionsfälle dokumentiert, wie aus Daten des staatlichen Gesundheitsinstituts ISS hervorgeht. Mindestens elf Menschen erlagen der Erkrankung. Die Zahlen übersteigen deutlich die Vorjahreswerte – zum Vergleich: Im selben Zeitraum 2024 verzeichnete man lediglich 13 bestätigte Fälle ohne Todesfälle, während im gesamten Jahr 2024 insgesamt 36 Menschen starben.

Der Erreger wurde mittlerweile in 31 italienischen Provinzen nachgewiesen, wie das Nationale Blutspendezentrum (CNS) mitteilt. Betroffen sind zehn Regionen, darunter Piemont, Lombardei, Venetien, Friaul-Julisch Venetien, Latium, Emilia-Romagna, Abruzzen, Kampanien, Apulien und Sardinien. Die Häufung der Fälle südlich von Rom könnte mit der Pontinischen Ebene zusammenhängen – einem ehemaligen Sumpfgebiet, das unter Mussolinis Regime trockengelegt wurde. Heute dient die Region als Anbaufläche für Obst und Gemüse, ist jedoch von zahlreichen Kanälen durchzogen, die besonders in warmen Sommern ideale Brutbedingungen für Stechmücken bieten.

Die Provinz Latina ist das Epizentrum des aktuellen Ausbruchs: Mit 43 registrierten Fällen weist sie die höchste Infektionsrate in ganz Italien auf. Das Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) führt diese Konzentration auf die besonderen klimatischen und geografischen Bedingungen der Region zurück.

In der am stärksten betroffenen Provinz Latium reagieren die Behörden entschlossen. Die lokale Gesundheitsbehörde ASL hat bereits im Juli eine spezielle Taskforce eingerichtet, um die Ausbreitung zu überwachen und neue Infektionen rasch zu identifizieren. Parallel dazu laufen Maßnahmen zur Reduzierung der Mückenpopulation. Die prompte Reaktion der Verantwortlichen kommt nicht überraschend. „Das West-Nil-Virus ist in unserem Land seit mehreren Jahren endemisch“, erklärt Anna Teresa Palamara, Leiterin der Abteilung für Infektionskrankheiten des ISS. Italien sei gut vorbereitet – schließlich wurde der Erreger dort erstmals 1998 nachgewiesen.

Als weitere Vorsichtsmaßnahme haben die italienischen Gesundheitsbehörden verschärfte Blutspendevorschriften in mehreren betroffenen Regionen eingeführt. Verpflichtende West-Nil-Virus-Tests für Blutspenden sollen das Risiko einer Übertragung durch Blutprodukte minimieren. Betroffen von diesen Maßnahmen sind unter anderem die Regionen Modena, Oristano und Venedig, wo Infektionen nachgewiesen wurden.

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Übertragungswege

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch den Stich infizierter Stechmücken oder durch virushaltige Zecken. In Europa gilt die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) als Hauptüberträger. Der Erreger zirkuliert vorwiegend in der Vogelpopulation, kann jedoch auch auf Säugetiere und andere Wirbeltiere überspringen. Pie Muller vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut erläutert gegenüber 20 Minuten den Infektionsweg: „Wenn eine Mücke zunächst ein infiziertes Tier und dann einen Menschen sticht, kann das Virus übertragen werden.“

Die meisten Infektionen verlaufen harmlos. Etwa 80 Prozent der Betroffenen bleiben symptomfrei; die übrigen 20 Prozent entwickeln grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Gelegentlich treten Hautrötungen am Rumpf auf. In der Regel klingt die Erkrankung nach einigen Tagen bis Wochen ohne spezifische Behandlung ab. Schwerwiegende Komplikationen wie Hirn- und Hirnhautentzündungen sind selten und betreffen weniger als ein Prozent der Infizierten – vorwiegend ältere, vorerkrankte oder immungeschwächte Personen. Tödliche Verläufe sind mit 0,1 Prozent äußerst selten. Die in Italien verstorbenen Patienten waren alle über 71 Jahre alt und litten unter Vorerkrankungen.

Einer der Verstorbenen hatte sich zuvor einer Herztransplantation unterzogen.

Schutzmaßnahmen

Da keine Impfung existiert, beschränken sich Schutzmaßnahmen auf die Vermeidung von Mückenstichen. Stehende Gewässer in Blumenkästen oder Gießkannen sollten beseitigt werden, um potenzielle Brutstätten zu eliminieren. Lange, weite Kleidung schützt nicht nur die Haut, sondern erschwert es den Mücken auch, Menschen mit ihren Sensoren aufzuspüren. Feinmaschige Fliegengitter aus Synthetik oder Baumwolle an Fenstern und Türen verhindern das Eindringen der Insekten in Wohnräume.

Für zusätzlichen Schutz sorgen Moskitonetze über dem Bett. Auch Repellents mit den Wirkstoffen Deet (Diethyltoluamid) oder Icaridin halten Stechmücken fern. Bei deren Anwendung ist jedoch Vorsicht geboten: Beide Substanzen können Reizungen an Augen, Schleimhäuten und Haut verursachen.

Schwangeren, stillenden Müttern und Kindern unter drei Jahren wird von der Verwendung Deet-haltiger Produkte abgeraten.

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KO KOSMO-Redaktion
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