Raketen, Bunker, brennende Raffinerien – der Nahe Osten steht in Flammen. Netanjahu erklärt, was hinter „Epischer Wut“ steckt.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat in einem Interview mit dem US-Sender Fox News seine Position zum laufenden Militärkonflikt mit dem Iran erläutert. Der 76-Jährige beschrieb die Operation unter dem Namen „Epische Wut“ als gezielte und rasch durchgeführte Aktion, die nicht auf einen langwierigen Krieg ausgelegt sei. Netanjahu warnte dabei ausdrücklich vor der Möglichkeit, dass der Iran Raketen entwickeln könnte, die in der Lage wären, Städte in den Vereinigten Staaten zu treffen.
Frieden, so der Regierungschef, sei nur durch Stärke erreichbar – und der Militärschlag sei als Ausgangspunkt für eine breitere Friedensperspektive in der Region zu verstehen. Benjamin Netanjahu erklärte im Interview mit Fox News, dass die Operation gegen den Iran kein endloser Krieg sei, sondern ein Tor zum Frieden, und dass schnelle und entscheidende Maßnahmen erfolgen würden.
Strategische Ausgangslage
Im Interview erläuterte Netanjahu die strategische Ausgangslage: Nachdem Israel 2025 Atomanlagen und Raketeninfrastruktur des Iran angegriffen hatte, habe Teheran begonnen, neue Standorte zu errichten und unterirdische Bunker auszubauen. Ohne entschlossenes Eingreifen wäre das iranische Raketen- und Atomprogramm binnen weniger Monate faktisch unangreifbar geworden. Den Iran verglich er mit fünfzig Nordkoreas und betonte den grundlegenden Unterschied in der Kriegsführung: Während das Regime in Teheran Zivilisten ins Visier nehme, richte Israel seine Angriffe gegen Terroristen.
Netanjahu besuchte in diesem Zusammenhang eine Ortschaft nahe Jerusalem, die von iranischen Raketen getroffen worden war. Einem dauerhaften Krieg erteilte er eine klare Absage. Das iranische Regime befinde sich nach seiner Einschätzung am schwächsten Punkt seit 47 Jahren. Ziel der Militäroperation sei es letztlich, dem iranischen Volk die Möglichkeit zu geben, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Nach Angaben von Netanjahu wurden bei der Operation gegen den Iran neun hochrangige Wissenschaftler und Experten des iranischen Atomwaffenprogramms getötet.
Regionale Eskalation
Die Operation wird von den USA mitgetragen. US-Präsident Trump hatte bereits vor Antritt seiner Amtszeit unmissverständlich klargemacht, dass der Iran unter keinen Umständen in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe. In der Nacht auf Dienstag wurde die US-Botschaft in Riad mit Drohnen angegriffen, woraufhin Trump Vergeltungsmaßnahmen ankündigte. Israel beschoss unterdessen einen Radiosender im Iran sowie Ziele im Libanon, darunter den Hisbollah-nahen Sender Al-Manar TV.
Als Reaktion auf die Tötung des Obersten Führers Ali Chamenei feuerte die Hisbollah Raketen auf israelisches Territorium ab, woraufhin das israelische Militär Ziele im Libanon unter Beschuss nahm. Parallel dazu zeichnet sich eine Verschärfung der Energieversorgungslage ab: Ein Raffineriebrand sowie die Blockade der Straße von Hormus treiben die Benzinpreise in die Höhe und schüren Befürchtungen vor einer ernsthaften Ölkrise.