Eine Meerenge stoppt den Ölfluss – und die Finanzmärkte weltweit spüren die Folgen bereits am frühen Morgen.
Der Konflikt im Nahen Osten versetzt die Finanzmärkte in Alarmbereitschaft. Am Wochenende griffen Israel und die USA den Iran an. Der Iran hat als Reaktion die Straße von Hormus gesperrt. Noch vor dem Frankfurter Börsenstart um 9 Uhr richten Anleger weltweit ihren Blick auf die Kursentwicklungen. Die militärischen Auseinandersetzungen in der Region haben bereits in der Früh des Montags die asiatischen Märkte unter Druck gesetzt.
Als Reaktion auf die wachsende Unsicherheit zogen sich Investoren in klassische Sicherheitshäfen zurück – darunter der US-Dollar und Gold. In Tokio verlor der Nikkei-Index, der 225 Titel umfasst, 1,4 Prozent und schloss bei 58.038,36 Punkten. Auch der breiter aufgestellte Topix büßte 1,4 Prozent ein und stand bei 3.881,71 Zählern.
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Straße von Hormus
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Straße von Hormus – jener strategisch bedeutsamen Meerenge zwischen dem Iran und Oman, durch die bis zu ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls fließt. Der Schiffs- und Tankerverkehr in diesem Nadelöhr der globalen Energieversorgung ist zum Erliegen gekommen. Für Japan, das nahezu vollständig auf Ölimporte angewiesen ist, wiegt die Sorge vor einem Preisschock besonders schwer.
Entsprechend hart traf es die Aktien von Fluggesellschaften sowie die Halbleiterunternehmen Advantest und Tokyo Electron, die jeweils rund zwei Prozent einbüßten. Auf der Gewinnerseite standen hingegen Energietitel: Die Papiere des Öl- und Gaskonzerns Inpex legten um sieben Prozent zu.
Ölpreis unter Druck
Schon über das Wochenende und zum Wochenbeginn spiegelte der Ölmarkt die geopolitische Anspannung wider. Die Nordseesorte Brent wurde am frühen Montag zwischen 77 und 78 Dollar je Barrel gehandelt. Analysten halten in naher Zukunft Preise zwischen 80 und 85 Dollar für realistisch.
Sollte die Blockade der Meerenge anhalten, reichen die Szenarien in der Branche bis zu 120 oder sogar 150 Dollar pro Barrel – verbunden mit einem deutlich erhöhten Rezessionsrisiko. „Die unmittelbarste und greifbarste Entwicklung (…) ist die faktische Einstellung des Verkehrs durch die Straße von Hormus“, sagte Jorge Leon, Analyst bei Rystad Energy. Gegen den allgemeinen Abwärtstrend behaupteten sich die Börsen in Shanghai und Shenzhen. Marktteilnehmer begründeten die relative Stabilität mit der Erwartung, dass Peking im Vorfeld einer wichtigen Parlamentssitzung in dieser Woche stützend in die Märkte eingreifen könnte.
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