Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Suchtgefahr

EU greift durch: Tiktok-Suchtfalle im Visier – Milliarden-Strafe droht

EU greift durch: Tiktok-Suchtfalle im Visier – Milliarden-Strafe droht
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Die EU-Kommission erhöht den Druck auf die Videoplattform Tiktok und fordert eine grundlegende Überarbeitung der App-Funktionen, die nach Einschätzung der Behörde suchtförderndes Verhalten begünstigen.

Nach umfassenden Untersuchungen bemängelt die Kommission, dass der Betreiber die potenziellen Auswirkungen auf die körperliche und mentale Gesundheit seiner Nutzer nicht ausreichend berücksichtigt. Brüssel verlangt nun konkrete Maßnahmen, darunter die Abschaffung des endlosen Scrollens durch Videoinhalte, die Implementierung effektiver Bildschirmpausen sowie eine Anpassung des stark personalisierten Empfehlungssystems.

⇢ Nach tödlichem Zwischenfall: Albanien kapituliert im TikTok-Kampf

Suchtfördernde Mechanismen

Die Kommission argumentiert, dass die kontinuierliche Stimulation durch neue Inhalte ein problematisches Belohnungssystem schaffe, das die Nutzer zum weiteren Scrollen animiere und das Gehirn in einen „Autopilot-Modus“ versetze. „Tiktok hat wichtige Indikatoren für eine zwanghafte Nutzung der App außer Acht gelassen“, wie beispielsweise die Zeit, die Minderjährige nachts auf Tiktok verbringen, die Häufigkeit, mit der Nutzer die App öffnen, und andere potenzielle Indikatoren.

Geforderte Änderungen

Die Brüsseler Behörde strebt eine fundamentale Umgestaltung der Plattform an. Konkret müsse Tiktok „das grundlegende Design seines Dienstes“ verändern und den Algorithmus so anpassen, dass dieser nicht automatisch fortlaufend neue Videoinhalte präsentiert. Das Unternehmen hat nun Gelegenheit, zu den Ergebnissen des Verfahrens Stellung zu nehmen. Sanktionen, auch finanzieller Art, drohen erst bei Nichtbeachtung der Kritikpunkte.

Obwohl kein präziser Zeitplan vorliegt, versicherte ein hochrangiger EU-Beamter, die Kommission werde alle Anstrengungen unternehmen, um möglichst zügig voranzuschreiten.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen