Nervöser Zugpassagier, drohende Geiselnahme und ein Polizei-Großeinsatz: Ein Lette muss nach seinem beunruhigenden Verhalten im Railjet nun für zwei Jahre hinter Gitter.
Ein 31-jähriger Lette wurde am Freitag am Landesgericht Wien zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Der Mann hatte Anfang November in einem Railjet zwei Vorarlbergerinnen mit einer Geiselnahme gedroht und sie in Angst versetzt. Sowohl der Verurteilte als auch die Staatsanwältin akzeptierten das Urteil, das damit rechtskräftig ist. Der Vorfall, der einen Polizei-Großeinsatz auslöste, ereignete sich am 3. November 2025 während einer Zugfahrt von Wien nach Innsbruck in einem Großraumwagen.
Der in Deutschland bereits vierfach wegen Vermögensdelikten vorbestrafte Mann fragte die beiden Frauen zunächst, ob der Zug durch Deutschland fahre. Nach ihrer Bestätigung offenbarte er, dass in Deutschland ein Haftbefehl gegen ihn vorliege, und erkundigte sich, ob der Zug dort halte. Obwohl die Frauen dies verneinten, beruhigte es den Mann offenbar nicht.
Bedrohliche Situation
Eine der betroffenen Frauen beschrieb vor Gericht sein Verhalten: „Er war ganz hibbelig und nervös.“ Der 31-Jährige habe wiederholt nachgefragt, „ob die Polizei kommt. Dann hat er plötzlich gesagt, er hat eine Waffe dabei und wenn die Polizei kommt, nimmt er uns als Geiseln.“ Die 29-Jährige gab an, „schockiert“ gewesen zu sein, besonders als der Mann mit seinen Fingern eine Schusswaffe andeutete.
„Für mich war er relativ unberechenbar“, erklärte anschließend die zweite Vorarlbergerin. Die Frauen verließen daraufhin den Waggon, um sich andere Plätze zu suchen. Als sie bemerkten, dass der Mann ihnen folgte, wandten sie sich an einen Schaffner, „weil wir Angst gehabt haben“, so die 27-Jährige vor Gericht.
Polizeieinsatz Salzburg
Der ÖBB-Mitarbeiter alarmierte die Polizei. Aus Sorge vor einer möglichen Geiselnahme wurde ein großes Polizeiaufgebot zum Hauptbahnhof Salzburg beordert, wo der Lette aus dem Zug geholt wurde. Dabei leistete er erheblichen Widerstand, bevor er am Bahnsteig fixiert und in Handschellen gelegt werden konnte.
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„Er war hochaggressiv“, betonte ein an dem Einsatz beteiligter Polizist.