Weniger Pflicht, mehr Technik: Die EU-Pläne zur Hauptuntersuchung nehmen eine überraschende Wendung – mit spürbaren Folgen für Autofahrer.
Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat den Vorschlag der EU-Kommission zurückgewiesen, wonach Fahrzeuge ab einem Alter von zehn Jahren künftig jährlich einer Hauptuntersuchung unterzogen werden sollten. Für Autofahrerinnen und Autofahrer in jenen EU-Ländern, in denen bislang keine jährliche Prüfpflicht besteht, hätte der Kommissionsvorschlag eine Verdopplung der anfallenden Kosten bedeutet. Der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke begrüßte das Abstimmungsergebnis ausdrücklich: „Keine jährlichen Hauptuntersuchungen für Fahrzeuge älter als zehn Jahre und keine zusätzlichen Prüfpflichten für leichte Nutzfahrzeuge senden ein klares Entlastungssignal an Verbraucher und insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen.“
Strengere Sicherheitsprüfung
Vollständig unverändert bleibt die Fahrzeugprüfung dennoch nicht. Der Ausschuss hat gleichzeitig beschlossen, die Kontrolle moderner Sicherheitssysteme deutlich zu verschärfen. Airbags, automatische Notbremsassistenten sowie weitere elektronische Fahrerassistenzsysteme sollen künftig einer eingehenderen Überprüfung unterzogen werden.
Angesichts des wachsenden Anteils von Elektro- und Hybridfahrzeugen im Straßenverkehr rücken auch diese Fahrzeugtypen stärker in den Fokus der Prüfanforderungen. Darüber hinaus droht Fahrzeugen, bei denen ein verpflichtender Sicherheitsrückruf noch nicht abgearbeitet wurde, künftig das Nichtbestehen der Prüfung.
Die erweiterten Prüfanforderungen dürften die Hauptuntersuchung insgesamt aufwendiger und zeitintensiver machen. Fachleute rechnen damit, dass die Prüfstellen den gestiegenen Aufwand an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben werden – das Pickerl wird damit voraussichtlich teurer.