Zwanzig Jahre nach ihrer Flucht kämpft Natascha Kampusch mit den Folgen – und ihre Familie schlägt Alarm.
Zwanzig Jahre nach ihrer Flucht aus der Gewalt ihres Entführers macht der Gesundheitszustand von Natascha Kampusch ihrer Familie schwere Sorgen. Acht Jahre lang war die heute 38-Jährige in Gefangenschaft, ehe sie sich selbständig befreien konnte. In einem neuen Buch schildert sie, wie sie diese Zeit und die Jahre danach bewältigt hat.
Seit ihrem Verschwinden am 2. März 1998 bewegt ihr Schicksal Menschen auf der ganzen Welt. Nun, zum 20. Jahrestag ihrer Flucht im Jahr 2006, werden beunruhigende Details über ihren aktuellen Gesundheitszustand bekannt. Laut Angaben der Familie ist Kampusch kaum mehr wiederzuerkennen – die frühere Souveränität vor der Kamera sei vollständig verloren gegangen.
Die Familie beschreibt eine zunehmende Isolation: Natascha lebe großteils in einer Welt für sich. Ihre Schwester bezeichnet den Zustand als eine neue Form der Gefangenschaft, während sich die Angehörigen angesichts des Zusammenbruchs machtlos fühlen.
Öffentliches Comeback
Nach einer längeren Auszeit aus dem öffentlichen Leben meldet sich Natascha Kampusch nun in der ORF-Sendung „Frühstück bei mir“ auf Ö3 mit einem Interview-Comeback zurück. Zeitgleich widmet sich Journalist Christoph Feurstein in der Dokumentation „Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit“ ihrem Lebensweg. Die ORF-Dokumentation „Thema Spezial: Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit“ läuft am 16. März 2026 um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON. Feurstein hatte 2006 das weltweit beachtete erste Interview mit ihr geführt und blickt nun auf jene Jahre zurück, in denen Kampuschs Schilderungen immer wieder in Zweifel gezogen wurden.
Insgesamt fünf Untersuchungen – darunter durch das FBI und das BKA (Bundeskriminalamt) – mussten ihre Aussagen standhalten.
Familiäre Einblicke
Kampuschs Mutter Brigitte Sirny äußert sich in einer neuen Dokumentation zu den Vorwürfen eines Privatermittlers, die nach dem Verschwinden ihrer Tochter erhoben worden waren. Die Familie hofft, durch die öffentliche Auseinandersetzung mit den Ursachen von Nataschas Zusammenbruch Verständnis für ihre Situation zu wecken.
Ihre Schwester Claudia Nestelberger, die heute ihre Angelegenheiten übernimmt, zeichnet dabei ein düsteres Bild der Lage.