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Familienwunder

Familiendrama mit Happy End: Entführter Bub nach 70 Jahren wiedergefunden

Familiendrama mit Happy End: Entführter Bub nach 70 Jahren wiedergefunden
(Screenshot: Youtube/ABC News)
4 Min. Lesezeit |

Ein Versprechen auf Süßigkeiten, dann 70 Jahre Ungewissheit: Die Geschichte eines entführten Jungen, der nach sieben Jahrzehnten durch DNA-Tests und Familienbande wiedergefunden wurde.

Luis Armando Albino wurde als Sechsjähriger aus einem Park in Kalifornien entführt. Eine fremde Frau lockte den kleinen Buben mit dem Versprechen auf Süßigkeiten weg, während er mit seinem älteren Bruder spielte. Was folgte, war ein 70 Jahre langes Familiendrama, das erst jetzt ein glückliches Ende fand.

Die Entführung im Februar 1951 löste damals eine großangelegte Suchaktion aus. Polizei, Soldaten, Küstenwache und städtische Beamte durchkämmten die Gegend um West Oakland. Sogar die Bucht von San Francisco wurde abgesucht. Rogers, der Bruder des Entführten, berichtete den Ermittlern von einer Frau mit Kopftuch, die Luis weggeführt hatte – eine Aussage, bei der er trotz mehrfacher Befragungen konsequent blieb.

📍 Ort des Geschehens

Was niemand ahnte: Die Entführerin brachte den Buben an die amerikanische Ostküste, wo sie und ihr Mann ihn wie ihr eigenes Kind aufzogen. Währenddessen hielt seine leibliche Familie die Erinnerung an ihn wach. Sein Foto hing in den Wohnzimmern der Verwandten, und seine Mutter gab bis zu ihrem Tod 2005 nie die Hoffnung auf, ihren Sohn eines Tages wiederzusehen.

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Überraschende Entdeckung

Sieben Jahrzehnte nach der Entführung gelang seiner Nichte Alida Alekin das schier Unmögliche. Mit Hilfe eines DNA-Tests, alter Zeitungsausschnitte und beharrlicher Recherche spürte sie ihren verschollenen Onkel auf. Wie der britische „Guardian“ berichtet, hatte sich Luis Armando Albino in der Zwischenzeit ein eigenes Leben aufgebaut – als Feuerwehrmann, Marinesoldat und Vietnamveteran, als Vater und Großvater.

Die ersten Hinweise auf seinen Verbleib entdeckte Alekin eher zufällig. „Nur zum Spaß“ hatte sie 2020 einen Online-DNA-Test gemacht, der eine 22-prozentige Übereinstimmung mit einem Mann zeigte – ihrem lange vermissten Onkel, wie sich später herausstellen sollte. Doch zunächst verlief die Suche im Sand. Erst Anfang dieses Jahres nahm sie mit ihren Töchtern einen neuen Anlauf.

In der Bibliothek von Oakland stieß Alekin auf Mikrofilme lokaler Zeitungen mit einem Foto von Luis und Roger. Dieser Fund bestärkte sie in ihrer Überzeugung, auf der richtigen Spur zu sein. Am selben Tag wandte sie sich an die Polizei, die den Fall schließlich wieder aufnahm. Die endgültige Bestätigung seiner Identität erfolgte durch einen DNA-Abgleich mit Alekins Mutter, Luis‘ Schwester.

Emotionales Wiedersehen

Am 24. Juni kam es zum emotionalen Wiedersehen. Mit Unterstützung des FBI reiste Luis nach Oakland, um seine Familie kennenzulernen. Besonders bewegend war das Treffen mit seinem Bruder Roger am folgenden Tag. „Sie hatten eine wirklich feste, lange Umarmung. Dann setzten sie sich hin und redeten einfach“, schildert Alekin den Moment. Die Brüder sprachen über den Tag der Entführung, ihren Militärdienst und vieles mehr. Es sollte ihr letztes Zusammensein sein – Roger verstarb im August, kurz nach dem dreiwöchigen Besuch seines wiedergefundenen Bruders im Juli.

Beim ersten Treffen mit seiner Nichte umarmte Luis sie, gab ihr einen Kuss auf die Wange und sagte schlicht: „Danke, dass du mich gefunden hast.“ Während er selbst nicht mit der Presse sprechen möchte, teilt Alekin ihre Geschichte in der Hoffnung, anderen Familien Mut zu machen.

„Ich war immer entschlossen, ihn zu finden. Wer weiß, vielleicht hilft das anderen Familien in ähnlichen Situationen. Ich würde ihnen sagen: Gebt nicht auf.“

Ungeklärte Hintergründe

Trotz des glücklichen Wiedersehens bleiben viele Fragen offen. Die Identität der Entführerin ist bis heute ungeklärt, und weder sie noch das Paar, das Luis auf der Ostküste großzog, wurden bislang von den Behörden identifiziert oder strafrechtlich belangt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen weiterhin, konkrete Ergebnisse liegen jedoch nicht vor.

Luis selbst berichtet, dass er nur vage Erinnerungen an die Entführung und die anschließende Reise habe. Als Erwachsener versuchte er mehrfach, von seinen Adoptiveltern Details über seine Herkunft zu erfahren. Doch diese gaben ihm nie Antworten und wichen seinen Fragen stets aus. Diese Geheimnishaltung warf einen Schatten über sein Leben, auch wenn er sich eine eigene Existenz mit Familie und beruflichem Erfolg aufbauen konnte.

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KO KOSMO-Redaktion
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