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Umweltschutz

Flächendeckend”: Grüne fordern neues Pfandsystem

Auch auf Batterien soll nun ein Pfand kommen.
FOTO: iStock/golubovy

Ein Pfandsystem für Batterien in Österreich könnte das gefährliche Problem im Griff halten. Jährlich landen drei Millionen Lithiumbatterien im Restmüll und verursachen zahlreiche Brände.

In Österreich wandern alljährlich annähernd drei Millionen Lithiumbatterien fälschlicherweise in den normalen Hausmüll, obwohl dies ein gravierendes Fehlverhalten darstellt. Sobald der Energiespeicher erschöpft ist, findet er häufig nicht den Weg zur entsprechenden Sammeleinrichtung, sondern wird achtlos entsorgt. Diese unsachgemäße Handhabung führt landesweit zu erheblichen Brandvorfällen mit beträchtlichen finanziellen Folgen. Im österreichischen Abfallwirtschaftssektor ereignen sich täglich bis zu sechs Feuer in einzelnen Anlagen, wobei sich die durch Batterien und Akkumulatoren verursachten Brandkatastrophen in der vergangenen Dekade verfünffacht haben.

“Batterien und Akkus sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – sie sind überall, vom Spielzeug, über E-Zigaretten bis zum Haushaltsgerät. Für Konsumenten ist es teilweise gar nicht erkennbar, in welchen Produkten überall Akkus eingebaut sind. Allein in Österreich landen jährlich rund drei Millionen Stück Lithiumbatterien im Restmüll – genau dort, wo sie keinesfalls hingehören. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch ein massives Umwelt- und Ressourcenproblem. Die darin enthaltenen Rohstoffe sind extrem wertvoll und dürfen nicht verschwendet werden”, erklärte Grünen-Umweltsprecher Lukas Hammer.

Aus diesem Grund tritt Hammer nun für die Etablierung eines Batterie- und Akku-Pfandsystems ein. Mit dieser Initiative steht der Grünen-Politiker nicht alleine da, denn die österreichische Abfallwirtschaftsbranche unterstützt seit Jahren ebenfalls die Einführung einer Pfandregelung für diese Energiespeicher. Die Statistiken untermauern den Handlungsbedarf: Im Jahr 2022 gelangten über 7.100 Tonnen Gerätebatterien auf den heimischen Markt, während lediglich 2.800 Tonnen davon getrennt eingesammelt wurden.

Politische Initiative

Die Öko-Partei konnte bereits im vorherigen Koalitionsvertrag den Passus “Prüfung eines Pfandsystems auf Batterien und Kleingeräte” verankern. Eine vergleichbare Formulierung findet sich auch im aktuellen Arbeitsprogramm der Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos. Dort ist konkret eine “Evaluierung der Einführung geeigneter Anreizmechanismen für die Rückgabe von Altakkus und Altbatterien” festgeschrieben. Vor diesem Hintergrund hat Lukas Hammer kürzlich eine parlamentarische Initiative eingebracht, die am 10. April 2025 im zuständigen Umweltausschuss behandelt wurde und die Implementierung eines Batterie- und Akku-Pfandsystems fordert.

“Mit der EU-Batterienverordnung gibt es ganz klare Zielvorgaben: Bis 2030 müssen wir 73 Prozent unserer Gerätebatterien und Akkus getrennt sammeln. Aktuell sind wir davon weit entfernt. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es ein flächendeckendes Pfandsystem für Batterien und Akkus. Das ist nicht nur eine Notwendigkeit im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, sondern auch ein konkreter Beitrag zum Umweltschutz und zur Sicherheit. Falsch entsorgte Akkus verursachen immer öfter gefährliche Brände. Diese Entwicklung dürfen wir nicht ignorieren”, führte Hammer aus.

Kreislaufwirtschaft fördern

“Mit der Einführung eines Einwegpfandsystems für Plastikflaschen und Dosen haben wir in der vergangenen Legislaturperiode einen Meilenstein gesetzt. Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Ein Pfandsystem für Batterien und Akkus ist der nächste logische Schritt im Sinne der Kreislaufwirtschaft und ein zentraler Hebel für mehr Ressourcenschonung”, erklärte Lukas Hammer.