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Fluchtbewegung

Flucht vor den Osmanen: Wie Kroaten das Burgenland für immer prägten

Flucht vor den Osmanen: Wie Kroaten das Burgenland für immer prägten
(FOTO: Wikipedia)
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Zwischen osmanischer Bedrohung und wirtschaftlicher Notwendigkeit entstand eine Völkerbewegung, die das Burgenland für immer prägen sollte.

Die Übersiedlung der Kroaten ins heutige Burgenland erfolgte aus mehreren Gründen. Zum einen waren die ständigen Angriffe durch das Osmanische Reich ein treibender Faktor, zum anderen spielten wirtschaftliche Verhältnisse eine entscheidende Rolle. In den Zielgebieten herrschte Bauernmangel, da viele Höfe verwaist waren. Diese Leerstände hatten verschiedene Ursachen: Pestepidemien von 1408/9, kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Friedrich III. und Maximilian sowie Bevölkerungsverluste durch türkische Vorstöße in den Jahren 1529 und 1532. Der Historiker Felix Tobler weist jedoch auf einen noch bedeutsameren Faktor hin: „Nach neuesten Forschungen ist die gänzliche oder teilweise Verödung zahlreicher Ortschaften auf die spätmittelalterliche Agrarkrise zurückzuführen, welche vor allem im Getreideanbaugebiet, weniger im Weinbaugebiet, ihre Auswirkungen zeitigte.“

Die Umsiedlungsbewegung wurde maßgeblich durch westungarische Adelsfamilien gefördert, die sowohl in Kroatien und Slawonien als auch in Westungarn Ländereien besaßen. Dies ermöglichte ihnen, ihre Untertanen gezielt umzusiedeln. Die Wanderungsbewegung beschränkte sich nicht auf das heutige Burgenland, sondern reichte bis nach Niederösterreich, Mähren und in die westliche Slowakei. Entscheidend für diese Entwicklung war das Engagement der Grundherren. Die kroatische Ansiedlung wurde erst möglich, als sich gegen Ende der 1520er und zu Beginn der 1530er Jahre die Absatzmöglichkeiten für landwirtschaftliche Produkte verbesserten. In dieser Phase entwickelten die Grundherren verstärktes Interesse daran, ihre verlassenen Dörfer wieder zu bevölkern und durch eine höhere Untertanenzahl die Einnahmen ihrer Herrschaften zu steigern.

Osmanische Bedrohung

Kroatien befand sich von 1463 bis 1593 – über 130 Jahre hinweg – unter permanenter Bedrohung durch das Osmanische Reich. Der Wendepunkt, der die Kroatenwanderung einleitete, war die vernichtende Niederlage auf dem Krbavafeld bei Udbina im Jahr 1493. Diese militärische Katastrophe öffnete den osmanischen Truppen den Weg nach Kroatien und Slawonien. Die Verteidigungslinien zwischen Gvozd und Cetin wurden durchbrochen. Im Jahr 1513 fielen Süddalmatien und im Folgejahr weitere Gebiete wie die Lika und Krbava unter osmanische Kontrolle. Die Grundbesitzer wurden zur Entrichtung der Kopfsteuer gezwungen.

Nach der verheerenden Niederlage der Ungarn bei Mohács 1526 kontrollierten die Osmanen bereits ganz Südkroatien und Ostslowenien. Ein Jahr später fiel auch die Festung Jaice. Schrittweise eroberten die osmanischen Truppen die slawonischen Burgen, darunter Besitzungen der Familien Erdödy und Nádasdy, bis sie 1552 die letzten Festungen zwischen Save und Drau einnahmen.

Systematische Umsiedlung

Unter diesen Bedingungen war es für die Bauern in den ständig bedrohten Regionen unmöglich geworden, ihre Existenz zu sichern. In vielen Gebieten kam es zu einem drastischen Bevölkerungsrückgang. Ein Teil der Bevölkerung zog in sicherere Regionen innerhalb Kroatiens, etwa in den Nordwesten rund um Zagreb oder in das Gebiet zwischen Save und Kulpa. Andere suchten Zuflucht in benachbarten Ländern wie Görz und Krain, in der Steiermark sowie in Westungarn, Niederösterreich und Mähren – Regionen, die nach der spätmittelalterlichen Agrarkrise dringend neue Siedler benötigten.

Adelsgeschlechter wie die Nádasdy, Batthyány und Erdödy, die sowohl in Kroatien-Slawonien als auch in Westungarn Besitzungen hatten, unterstützten diese Umsiedlungen aktiv. Die Wanderungsbewegung wurde systematisch organisiert und durchgeführt. Diesem Beispiel folgend, entsandten auch andere Grundherren Werber, um Bauern für ihre Ländereien anzuwerben.

Daneben gab es auch Bauerngruppen, die selbständig aufbrachen, um eine sicherere neue Heimat zu finden.

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KO KOSMO-Redaktion
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