Eine massive Sonneneruption könnte in den nächsten Tagen auf die Erde treffen. Bereits jetzt hat unser Zentralgestirn mehrere intensive Strahlungsausbrüche freigesetzt, darunter einen am 14. Mai. Dieser wurde mit der Klassifikation X2,7 erfasst – der höchsten Kategorie im fünfstufigen Bewertungssystem für solare Eruptionen.
Die Skala reicht von A (schwächste Stufe) über B, C und M bis zu X (stärkste Stufe), wobei jede Kategorie eine Verzehnfachung der Energiefreisetzung bedeutet.
Diese solaren Unwetter entstehen durch den Ausstoß geladener Plasmapartikel ins Weltall. Sie können erhebliche Störungen im Erdmagnetfeld verursachen und haben laut Berichten der „Daily Mail“ bereits zu Funkstörungen in Europa, Asien und dem Nahen Osten geführt sowie die Stromversorgung im östlichen Teil der USA beeinträchtigt. Sowohl die NASA als auch weitere Behörden warnen vor zusätzlichen Eruptionen.
⇢ Sonnensturm legt Funkverkehr lahm und breitet sich aus
Notfallübungen durchgeführt
Im vergangenen Mai führten US-Behörden eine Notfallübung namens „Solar Storm Emergency Drill“ durch, bei der vier verschiedene Szenarien geomagnetischer Stürme simuliert wurden. Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei das „Supersturm“-Szenario. Die Simulation umfasste mehrwöchige Stromausfälle entlang der US-Ostküste, Unterbrechungen bei Pipeline- und Bahnverbindungen sowie ein potenzielles „Internet-Apokalypse“-Szenario.
Die Übung offenbarte eine kritische Schwachstelle: Koronale Massenauswürfe (CMEs, gewaltige Plasmaausstöße der Sonnenkorona) können erst etwa 30 Minuten vor ihrem Eintreffen auf der Erde zuverlässig detektiert werden. Diese kurze Vorwarnzeit macht effektive Vorbereitungsmaßnahmen nahezu unmöglich.
Schutzstrategien gefordert
Wissenschaftler plädieren daher für umfassende nationale Strategien zum Schutz vor Weltraumwetter-Gefahren. Sie fordern den Einsatz zusätzlicher Überwachungssatelliten, verbesserte Echtzeit-Datenerfassung und verstärkte internationale Kooperation.
„Kontinuierliche Vorbereitungsmaßnahmen für Weltraumwetter-Ereignisse sind von entscheidender Bedeutung, da ein extremes Ereignis das Potenzial hat, die kritische Infrastruktur unseres Landes schwer zu beeinträchtigen und unsere nationale Sicherheit zu gefährden“, heißt es in dem Behörden-Bericht. „Genauso wie wir uns auf Erdbeben, Hurrikane und Cyberangriffe vorbereiten, muss unsere Nation Maßnahmen ergreifen, bevor ein größeres Weltraum-Wetterereignis eintritt.“
Ungeachtet der Risiken bringen die solaren Aktivitäten auch ein beeindruckendes Naturphänomen mit sich.
In den US-Bundesstaaten Alaska, Montana und New York wurden die Nachthimmel von prächtigen Polarlichtern illuminiert.