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Sonnenfleck

Sonnensturm legt Funkverkehr lahm und breitet sich aus

Sonnensturm legt Funkverkehr lahm und breitet sich aus
Symbolofoto. FOTO: iStock/remotevfx
3 Min. Lesezeit |

Die Sonne schlägt zurück: Eine massive Eruption der Kategorie X2.7 legte am Dienstag Funksysteme in weiten Teilen der Welt lahm – und der verantwortliche Sonnenfleck dreht sich weiter.

Am Dienstagnachmittag entlud sich gegen 17:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit eine massive Sonneneruption ins Weltall. Diese außergewöhnlich intensive Strahlung der Kategorie X2.7 – eine der höchsten Intensitätsstufen – führte zu weitreichenden Störungen der Funkkommunikation, besonders in Europa, Asien und dem Nahen Osten. Diese Regionen waren zum Zeitpunkt der Eruption der Sonnenstrahlung direkt ausgesetzt, da dort Tageslicht herrschte.

Der Ursprung dieser gewaltigen Energieentladung liegt im Sonnenfleck AR4087, einer Region mit intensiver magnetischer Aktivität auf der Sonnenoberfläche. Solche dunklen Bereiche können enorme Energiemengen ansammeln, die sich schlagartig entladen und Strahlungsausbrüche verursachen, die mit Lichtgeschwindigkeit zur Erde gelangen. Diese energiereiche Strahlung verändert die Zusammensetzung der oberen Atmosphärenschichten, indem sie Elektronen aus Molekülen herauslöst.

Die dadurch elektrisch aufgeladenen Luftschichten beeinträchtigen die Ausbreitung von Funkwellen, insbesondere im Hochfrequenzbereich, der unter anderem für die Kommunikation im Flugverkehr essentiell ist.

Eruptionsklassen

Die Klassifizierung von Sonneneruptionen erfolgt in drei Hauptkategorien: C (gering), M (moderat) und X (extrem). Der aktuelle Ausbruch mit X2.7 befindet sich zwar im unteren Bereich der gefährlichsten Kategorie, besitzt jedoch ausreichend Energie, um technische Systeme auf der Erde zu beeinflussen.

Wissenschaftler beobachten den Sonnenfleck AR4087 mit besonderer Aufmerksamkeit, da er sich in den nächsten Tagen weiter in Richtung Erde drehen wird. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer, möglicherweise noch intensiverer Eruptionen. Tatsächlich registrierten Beobachter bereits kurz nach dem X-Ausbruch eine weitere Eruption der mittleren Kategorie M5.3.

Laut SpaceWeatherLive rechnen Experten in den kommenden Tagen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit weiterer X-Klasse-Eruptionen durch die weiterhin aktive Region AR4087. Auch österreichische Netzbetreiber und Krisenstäbe sind bereits in erhöhter Alarmbereitschaft, wie Medienberichte bestätigen.

Gefahr erkannt

Eine umfangreiche Notfallübung amerikanischer Behörden vom Mai 2024 offenbarte erhebliche Schwachstellen im Umgang mit solchen Sonnenereignissen. Die Simulation mehrerer großer Sonnenausbrüche zeigte deutlich, dass die gegenwärtigen Vorhersagetechnologien nicht ausreichen, um angemessen und zeitnah zu reagieren.

Besonders bedrohlich wären sogenannte koronale Massenauswürfe (CMEs) – Wolken geladener Teilchen, die zwar mehrere Tage bis zur Erde benötigen, dann jedoch heftige geomagnetische Stürme auslösen können. Die Folgen solcher Ereignisse könnten verheerend sein: Satellitensysteme könnten ausfallen, Stromnetze zusammenbrechen und GPS-Navigation unbrauchbar werden.

Szenarien, die apokalypseähnliche Ausmaße annehmen könnten.

Schutzmaßnahmen

Satelliten- und Stromnetzbetreiber in Europa haben im Mai 2025 als Reaktion auf die jüngsten starken Sonnenstürme bereits präventive Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören die Anpassung von Satellitenumlaufbahnen und das gezielte Abschalten besonders empfindlicher Stromleitungsabschnitte während Phasen erhöhter geomagnetischer Aktivität.

Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) empfiehlt aktuell, kritische Kommunikations- und Navigationssysteme durch redundante Leitungen und robuste Notfallprotokolle gegen kurzfristige Ausfälle abzusichern. Diese Maßnahmen sollen die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur gegenüber solaren Ereignissen verbessern, können jedoch bei besonders intensiven Sonnenstürmen nur begrenzten Schutz bieten.

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KO KOSMO-Redaktion
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