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Energiewende

Frankreich startet Revolution unter Wasser – Gezeiten-Turbinen drehen sich lautlos

Frankreich startet Revolution unter Wasser – Gezeiten-Turbinen drehen sich lautlos
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Unsichtbar, leise und präzise planbar: Vor Frankreichs Küste dreht sich eine neue Ära der Energiegewinnung.

Vor der Küste der Normandie entsteht derzeit ein Energieprojekt, das die Art und Weise, wie Frankreich Strom gewinnt, grundlegend verändern könnte. Das Unternehmen Normandie Hydrolien errichtet vier Unterwasser-Turbinen, die mithilfe von Gezeitenströmungen eine Leistung von bis zu 12 Megawatt erzeugen sollen. Das Funktionsprinzip erinnert an eine Windkraftanlage – mit dem entscheidenden Unterschied, dass sich die Rotoren nicht im Wind, sondern in der Meeresströmung drehen.

Der physikalische Vorteil liegt auf der Hand: Wasser besitzt eine rund 800-mal höhere Dichte als Luft, weshalb bereits moderate Strömungsgeschwindigkeiten ausreichen, um nennenswerte Energiemengen zu erzeugen.

Gigawatt bis 2042

Laut einem Bericht von focus.de arbeitet die Anlage am Meeresboden nahezu geräuschlos und ist von der Oberfläche aus nicht sichtbar. Da sich die Gezeiten nach dem Mond richten und nicht nach dem Wetter, lässt sich die Stromerzeugung zuverlässig planen und vorhersagen.

Das laufende Projekt NH1 gilt dabei lediglich als Auftakt: Bis zum Jahr 2042 ist ein Ausbau der Kapazität auf 2,5 Gigawatt vorgesehen – eine Menge, die rechnerisch bis zu drei Millionen Haushalte versorgen könnte. Gemessen an der derzeit weltweit installierten Gezeitenstrom-Kapazität von rund 500 Megawatt wäre das ein außerordentlicher Zuwachs.

Ökologische Fragen

Die Turbinen sind auf eine Betriebsdauer von 25 Jahren ausgelegt und müssen lediglich im Abstand von etwa sechs Jahren gewartet werden. Hinzu kommt, dass 98 Prozent der verbauten Materialien recycelbar sind.

Beobachtungen an bisherigen Teststandorten deuten darauf hin, dass Seehunde die unmittelbare Umgebung der Anlagen meiden. Mögliche Einflüsse auf Strömungsverhältnisse und den Sedimenttransport sind noch Gegenstand laufender Untersuchungen.

Grundsätzlich gilt: Nicht jeder Küstenabschnitt kommt für diese Technologie infrage – die notwendigen Gezeitenbedingungen müssen erst gegeben sein.

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KO KOSMO-Redaktion
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