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Sozialreform

Plan spaltet Bosnien: Universelle Kinderbeihilfe ab 2027?

Plan spaltet Bosnien: Universelle Kinderbeihilfe ab 2027?
FOTO: iStock/LeManna
3 Min. Lesezeit |

Zehntausende Kinder, ein ambitionierter Plan – und eine entscheidende Frage: Wer zahlt am Ende die Rechnung?

Ab 2027 soll in der Föderation Bosnien und Herzegowina eine universelle Kinderbeihilfe eingeführt werden – so sieht es zumindest das zuständige Bundesministerium vor. Das geplante Modell sieht eine monatliche Zahlung von 200 Konvertible Mark für alle Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr vor. Für Kinder zwischen sieben und 18 Jahren wäre die Beihilfe einkommensabhängig: Anspruch hätten Haushalte, in denen das Pro-Kopf-Einkommen 410 KM nicht übersteigt.

Der Entwurf soll in Kürze den Kantonspremierministern sowie Föderationspremierminister Nermin Niksic vorgelegt werden, bevor beide Kammern des föderalen Parlaments Stellung nehmen. Darüber berichtet das Portal N1.

Finanzierung ungeklärt

Eine der zentralen Herausforderungen bleibt die Finanzierung. Der föderale Minister für Arbeit und Sozialpolitik, Adnan Delic, macht deutlich, dass das Modell zusätzliche 50 Millionen KM aus den Kantonsbudgets erfordert. Umso mehr besorgt ihn die schwache Präsenz von Amtsträgern bei der einschlägigen Parlamentssitzung der Föderationskammer.

Das Interesse jener, die politische Verantwortung tragen, sei gering, so Delic. Dass die Kantonspremierminister der Sitzung ferngeblieben seien, werfe die Frage auf, ob die notwendige Unterstützung überhaupt vorhanden sei – ohne die eine Umsetzung schlicht nicht möglich wäre.

Brčko als Vorbild

Der Verein „Obitelji tri plus“ verweist auf den Distrikt Brčko als funktionierendes Vorbild, wo ein vergleichbares Modell bereits umgesetzt wird. Vereinsvertreter Mustafa Vlahovljak argumentiert, dass die Föderation mit einem Budget von zwei Milliarden KM und rund zwei Millionen Einwohnern sehr wohl in der Lage sei, eine universelle Beihilfe einzuführen – zumal der Distrikt Brčko mit 80.000 Einwohnern und einem Budget von 400 Millionen KM zeige, dass es funktioniert.

Auch UNICEF spricht sich klar für das Vorhaben aus. Marc Lucet, Vertreter der Organisation in Bosnien und Herzegowina, betont die besondere Bedeutung der ersten fünf Lebensjahre für die kindliche Entwicklung. Eine Studie belege, dass jede heute in frühkindliche Förderung investierte Konvertible Mark langfristig eine Rendite von sieben KM einbringe – durch bessere Bildungs- und Gesundheitsergebnisse sowie gesteigerte Produktivität.

Von der geplanten Beihilfe wären Zehntausende Kinder betroffen. Eltern heben hervor, dass ein verlässlicher monatlicher Fixbetrag angesichts stetig steigender Lebenshaltungskosten eine spürbare Entlastung wäre.

Bis zur tatsächlichen Umsetzung sind jedoch noch zahlreiche institutionelle Hürden zu nehmen – allen voran die Genehmigung der erforderlichen Budgetmittel.

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KO KOSMO-Redaktion
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