Ein Hochzeitskonvoi, Mörsergranaten und ein Flugzeug im Landeanflug – über Paris-Orly spitzte sich die Lage dramatisch zu.
Mit einem derartigen Empfang hatten die Passagiere und Besatzungsmitglieder des Fluges U24874 wohl kaum gerechnet. Eine Hochzeitsfeier in unmittelbarer Nähe des Zielflughafens endete mit einem massiven Feuerwerk – und brachte den Flugbetrieb erheblich durcheinander. Wie die französische Tageszeitung Le Parisien berichtet, war die EasyJet-Maschine am Ostersonntag, dem 5. April, auf dem Weg von Venedig nach Paris-Orly. Der Flug verlief zunächst ohne Probleme, und gegen 17.40 Uhr leitete der Pilot den Landeanflug auf die Landebahn 3 des Flughafens Paris-Orly ein.
Feuerwerk am Rollfeld
Dann der Schock: Direkt vor der Landebahn sah der Pilot plötzlich Explosionen und aufsteigende Rauchwolken. Was sich am Boden abspielte, war ein Hochzeitskonvoi, der unweit der Landebahn Halt gemacht hatte – und in dessen Rahmen rund zehn Feuerwerks-Mörsergranaten abgefeuert wurden, um das frisch vermählte Paar zu feiern.
Für das Flugzeug und die Menschen an Bord stellte das Feuerwerk eine ernsthafte Gefahr dar. Der Pilot reagierte sofort und brach das Landemanöver ab, um ein Ausweichmanöver einzuleiten. Gegenüber der Zeitung bestätigte die Fluggesellschaft, dass die Maschine von keinem der Feuerwerkskörper getroffen wurde.
Auch der Tower des Flughafens Paris-Orly bekam den Vorfall unmittelbar mit. Um die Sicherheit des weiteren Flugbetriebs zu gewährleisten, wurde die betroffene Landebahn 3 für rund anderthalb Stunden gesperrt. Der Pilot steuerte daraufhin eine alternative Landebahn an, sodass die Passagiere ihr Ziel schließlich – wenn auch mit Verspätung – erreichten.
Laufende Ermittlungen
Kurz darauf übergab ein Zeuge der französischen Polizei Videoaufnahmen des Vorfalls. Darauf sollen etwa 15 Fahrzeuge zu erkennen sein, darunter Quads, Pkw und eine Limousine – aus der heraus die Mörsergranaten abgefeuert wurden.
Die laufenden Ermittlungen sollen nun klären, ob die Hochzeitsgesellschaft zufällig in der Nähe der Landebahn zusammengekommen war oder ob es sich um einen gezielten Versuch handelte, die tieffliegenden Maschinen zu beschießen.
Die Täter konnten bislang nicht identifiziert werden.