Während Washington Szenarien zur Übernahme Grönlands prüft, suchen dänische und grönländische Vertreter im Weißen Haus Klarheit über die amerikanischen Absichten.
Nach Informationen aus Regierungskreisen haben Vertreter des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus in Washington bereits Gespräche mit dem dänischen Botschafter Jesper Moller Sorensen und dem grönländischen Repräsentanten in Washington, Jacob Isbosethsen, geführt. Das Treffen fand am Donnerstag statt und diente laut einem anonym bleibenden dänischen Regierungsvertreter dazu, Klarheit über die amerikanischen Absichten bezüglich Grönlands zu gewinnen. Eine Bestätigung des Treffens seitens des Weißen Hauses stand zunächst aus.
Die amerikanische Regierung hatte erst kürzlich bestätigt, verschiedene Szenarien zur Übernahme Grönlands zu prüfen. Dabei wurden sowohl ein möglicher Kauf des Territoriums als auch der Einsatz militärischer Mittel als Optionen genannt. US-Präsident Trump begründete das Interesse an der Insel mit sicherheitspolitischen Erwägungen für die Vereinigten Staaten.
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Grönlands Position
Grönländische Repräsentanten haben mehrfach deutlich gemacht, dass sie eine Eingliederung in die USA ablehnen. Diese Position wird von führenden Politikern europäischer Staaten sowie Kanadas unterstützt, die betonen, dass das Territorium seinen Bewohnern gehöre. Eine militärische Intervention der USA gegen den NATO-Partner Dänemark würde das transatlantische Verteidigungsbündnis in seinen Grundfesten erschüttern und die bereits bestehenden Spannungen zwischen Trump und europäischen Regierungschefs weiter verschärfen.
Obwohl Grönland als autonomes Gebiet zum Königreich Dänemark gehört, liegt die Zuständigkeit für Außen- und Verteidigungspolitik weiterhin bei Kopenhagen.
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