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Kriminalität

Giftmüll-Skandal in Kroatien: Fall Gospić beschäftigt jetzt EU-Parlament

Giftmüll-Skandal in Kroatien: Fall Gospić beschäftigt jetzt EU-Parlament
FOTO: EPA
3 Min. Lesezeit |

Giftmüll, organisierte Kriminalität und 230 Milliarden Euro Schaden jährlich – Kroatien steht mitten in einem europäischen Brennpunkt.

Die EU-Abgeordneten der kroatischen Regierungspartei HDZ beteiligen sich an einer laufenden Plenardebatte im Europäischen Parlament in Straßburg, die dem Schutz der menschlichen Gesundheit vor toxischen Stoffen gewidmet ist. Als Rednerinnen und Redner treten Karlo Ressler, Nikolina Brnjac, Suncana Glavak und Tomislav Sokol auf.

Kroatiens Giftmüll-Problem

Illegale Abfallwirtschaft gilt in Europa als ernstes und wachsendes Problem. Schätzungen zufolge verursacht Umweltkriminalität jährliche Schäden von bis zu 230 Milliarden Euro – sie zählt damit zur viertgrößten Aktivität der organisierten Kriminalität weltweit.

Kroatien war Anfang 2025 unmittelbar damit konfrontiert: Am 13. Februar 2025 nahmen die kroatischen Strafverfolgungsbehörden 13 Personen fest, die im Verdacht stehen, Teil eines Umweltkriminalitätsnetzwerks zu sein. Eine groß angelegte Polizeiaktion richtete sich gegen illegale Deponien in Varaždin, Gospić und Benkovac, wo insgesamt rund 35.000 Tonnen Giftmüll illegal abgelagert worden waren. Die vom USKOK geführte Untersuchung umfasst den Zeitraum von Anfang 2022 bis September 2024 und richtet sich gegen zehn Personen sowie vier juristische Personen wegen des Verdachts eines kriminellen Netzwerks, schwerer Umweltstraftaten, Urkundenfälschung, Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Auch der zuständige Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des Europaparlaments hatte bereits eine Sonderdebatte mit Europol und Eurojust abgehalten.

Der EVP-Klub der kroatischen Abgeordneten erklärte in einer Aussendung, die Abhaltung der Plenardebatte von Beginn an begrüßt zu haben und sich aktiv daran zu beteiligen. Umweltkriminalität sei „eine der lukrativsten Aktivitäten der organisierten Kriminalität, oft mit ausgeprägtem grenzüberschreitendem Charakter“ – ein Befund, der nach Ansicht der Abgeordneten eine koordinierte europäische Antwort unabdingbar macht.

Forderungen der Abgeordneten

Konkret fordern die kroatischen Parlamentarier eine fachgerechte und sichere Sanierung betroffener Standorte, ein kontinuierliches Monitoring von Wasser und Boden sowie die Einbindung von Expertinnen und Experten aus dem Bereich öffentliche Gesundheit und Umweltschutz.

Darüber hinaus verlangen sie eine transparente Veröffentlichung aller relevanten Befunde und eine konsequente strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. Gordan Bosanac von der Partei Mozemo hatte zuvor angeregt, die Begriffe „PFAS“ (Gruppe synthetischer Chemikalien) und „Gospić“ explizit in den Titel der Debatte aufzunehmen – ein Vorschlag, der die besondere Betroffenheit Kroatiens unterstreicht.

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KO KOSMO-Redaktion
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