Massengräber nahe dem WM-Stadion, Kartellgewalt auf den Straßen – Mexiko empfängt die Welt unter dramatischen Vorzeichen.
Guadalajara liegt im Schatten des großen Turniers. Während die Welt die Fußball-Weltmeisterschaft herbeiwartet, die ab dem 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, verdunkeln ernste Sicherheitsbedenken die Vorfreude auf das Turnier. Seit dem Ausbruch des Drogenkriegs im Jahr 2006 sind nach Angaben von Amnesty International mehr als 100.000 Menschen in Mexiko spurlos verschwunden – eine Zahl, die für sich spricht.
Massengrab entdeckt
Besonders brisant: In unmittelbarer Nähe des Akron-Stadions in Guadalajara, wo vier WM-Partien stattfinden sollen, wurde ein Massengrab entdeckt. Wie die spanische Tageszeitung „El País“ berichtet, wurden mindestens 500 Säcke mit menschlichen Überresten in einem Umkreis von 16 Kilometern rund um die Spielstätte gefunden. Aufgedeckt wurde der Fund zunächst von Bauarbeitern.
Jaime Aguilar von der Suchtruppe „Guerreros Buscadores de Jalisco“ äußerte, dass im Bundesstaat Jalisco Vermisste spurlos verschwinden und alle Spuren beseitigt werden sollen.
Kartell-Chaos
Die ohnehin angespannte Lage verschärfte sich nach dem Tod von Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, einem der meistgesuchten Drogenbosse des Landes, der bei seiner Festnahme ums Leben kam. Die Reaktion seines Kartells folgte prompt und brutal: Kämpfer errichteten Straßensperren, steckten Fahrzeuge in Brand und griffen Geschäfte an. In den anschließenden Gefechten verloren 74 Menschen ihr Leben.
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FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht dennoch keinen Anlass zur Beunruhigung. Er erklärte sein Vertrauen in die mexikanischen Behörden und Präsidentin Claudia Sheinbaum und zeigte sich überzeugt, dass die Weltmeisterschaft ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen werde.
El Menchos Tod hat zwar Chaos in Mexiko ausgelöst, doch sein Kartell bleibt in Europa aktiv.