Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Festnahme

Großeinsatz nach Schüssen: Drogendealer zielte auf Straßenbahn

Großeinsatz nach Schüssen: Drogendealer zielte auf Straßenbahn
EPA/CHRISTIAN BRUNA
3 Min. Lesezeit |

Schüsse in Wien-Rudolfsheim: Ein polnischer Staatsbürger sitzt nach einer Großfahndung in Gewahrsam. Die Polizei fand ein Gewehr und Patronenhülsen in seiner Wohnung.

Nach einer umfangreichen Polizeiaktion in Wien wurde ein 36-jähriger polnischer Staatsbürger festgenommen. Der Mann steht unter Verdacht des Mordversuchs und befindet sich derzeit in den Räumlichkeiten des Landeskriminalamts. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, hat der Verdächtige die Tat bereits gestanden, sich jedoch zu seinen Beweggründen noch nicht geäußert. Die Ermittler führen weitere Befragungen durch und prüfen, ob der Mann zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand. In der Vergangenheit war der 36-Jährige bereits wegen Drogendelikten mit den Behörden in Kontakt gekommen.

Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten die Einsatzkräfte zwei Wohnungen, aus denen möglicherweise die Schüsse abgefeuert wurden. In einem der Appartements stießen die Beamten auf ein Gewehr und mehrere Patronenhülsen. Die Waffe befand sich legal im Besitz des Verdächtigen. Die Festnahme erfolgte schließlich in einem nahegelegenen Café durch Spezialkräfte der WEGA.

⇢ Waffenparadies Österreich: 30 Schusswaffen pro 100 Bürger

Tatort Linzer Straße

Der Vorfall ereignete sich in der Linzer Straße 150. Die Polizei informierte um 14.56 Uhr über den Kurznachrichtendienst X, dass „mit einem noch unbekannten Gegenstand geschossen wurde“. In sozialen Netzwerken kursierten bereits Aufnahmen, die auf Schüsse hindeuteten, darunter Bilder einer durchlöcherten Straßenbahnscheibe.

Die Sicherheitskräfte sperrten sämtliche Seitengassen zwischen der Hütteldorfer Straße auf Höhe Zehetnergasse bis zur Lützowgasse in Richtung Linzer Straße ab. Auch die Linzer Straße selbst war zwischen den Hausnummern 151 und 214 nicht passierbar. Während einer Ortsbesichtigung durch die Austria Presse Agentur waren wiederholt Knallgeräusche aus dem abgesperrten Bereich zu vernehmen. Zeitweise waren auch zwei gepanzerte Spezialfahrzeuge vor Ort positioniert.

Nach Angaben der Wiener Linien wurde die betroffene Straßenbahngarnitur der Linie 52 von außen getroffen und konnte vorübergehend nur auf einer Teilstrecke verkehren. Fahrgäste wurden über alternative Routen umgeleitet. Bei dem Vorfall wurden keine Personen verletzt, weder Passagiere noch Passanten kamen zu Schaden. Die Ermittler untersuchen noch, ob es sich um einen tatsächlichen Einschuss oder die Folge eines Wurfgeschosses handelt, gehen jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Einsatz einer Schusswaffe aus.

📍 Ort des Geschehens

Spezialeinheiten im Einsatz

An dem Einsatz beteiligten sich neben regulären Polizeikräften und der Bereitschaftseinheit auch Spezialeinheiten wie die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) und das Einsatzkommando Cobra. Zudem stand die Wiener Berufsfeuerwehr in Bereitschaft, um die Polizei bei Bedarf bei Wohnungsöffnungen zu unterstützen.

Ein Sprecher der Feuerwehr erklärte gegenüber der APA, man sei für eine „Assistenzleistung für die Polizei“ angefordert worden.