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Gedenktag

Grüne fordern mehr Anerkennung für Roma und Sinti

Grüne fordern mehr Anerkennung für Roma und Sinti
(FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Am 2. August, dem Internationalen Tag des Gedenkens an den Genozid an den Roma und Sinti, erinnert die Volksgruppensprecherin der Grünen, Olga Voglauer, eindringlich an die langanhaltenden Nachwehen historischer Grausamkeiten, die das Selbstbild und die öffentliche Wahrnehmung der in Europa größten Minderheit prägen.

Seit drei Jahrzehnten als Volksgruppe in Österreich anerkannt, leidet diese Gemeinschaft unter einer Geschichte voller Traumata, die in der öffentlichen Erinnerungskultur zu oft marginalisiert wird. Voglauer hebt hervor, dass Romnja und Sintizze während des Holocaust als „Zigeuner“ bezeichnet und unter dieser Stigmatisierung systematisch verfolgt und ermordet wurden – allein im deutschen Reich wurden etwa 500.000 Menschen ermordet, darunter rund 10.000 aus Österreich.

Schatten der Geschichte

Eva Blimlinger, Sprecherin der Grünen für Gedenkkultur, betont ebenfalls die schmerzhafte Vergangenheit der Roma und Sinti in Österreich: „Eine Geschichte der Benachteiligung, Diskriminierung und letztlich der Vernichtung während des Nationalsozialismus.“ Sie unterstreicht die Bedeutung des 2. August, nicht nur als Gedenktag, sondern auch als Möglichkeit, auf die andauernde Diskriminierung dieser Volksgruppe aufmerksam zu machen.

Wichtigkeit der Aufklärung

Die Bedeutung von Bildungsarbeit und öffentlichen Erinnerungszeichen, um die Geschichte der Romnja und Sintizze sowie ihre Rolle als Volksgruppe stärker in das kollektive Bewusstsein zu rufen, wird hervorgehoben. Trotz erkennbarer Verbesserungen seit der offiziellen Anerkennung als Volksgruppe im Jahr 1993, leidet die Gemeinschaft noch immer unter langjährigen Benachteiligungen, etwa im Zugang zu Entschädigungen und Unterstützungsleistungen.

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Forderung nach einem Mahnmal

Voglauer kritisiert das Fehlen eines zentralen Mahnmals für Romnja und Sintizze in Österreich, das als Ort der Erinnerung und Gedenkkultur dienen könnte. Sie fordert schnelle Fortschritte bei der Realisierung dieses Vorhabens mit Einbeziehung der Gemeinschaft, um die historische Verantwortung Österreichs zu wahren. Blimlinger schließt sich dieser Hoffnung an und wünscht sich Gedenkfeiern am bereits erstellten Denkmal im nächsten Jahr.

Langfristiges Engagement

Beide Sprecherinnen betonen zuletzt die Notwendigkeit, über den Gedenktag hinaus zu handeln: Eine Kultur des Erinnerns muss von Anstrengungen begleitet werden, strukturelle Diskriminierung zu überwinden und eine Gesellschaft zu schaffen, in der alle Menschen unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit gleichberechtigt leben können.

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