Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Durchbruch

Hamas überrascht mit Ja zu 60-Tage-Deal – Israel unter Zugzwang

Hamas überrascht mit Ja zu 60-Tage-Deal – Israel unter Zugzwang
EPA-EFE/BILAWAL ARBAB
3 Min. Lesezeit |

Nach monatelangem Stillstand bewegt sich die Front: Die Hamas signalisiert Bereitschaft für eine zweimonatige Kampfpause im Gaza-Konflikt und reagiert auf einen neuen Vermittlungsvorschlag.

Die Hamas hat internationalen Vermittlern nach eigenen Angaben eine „positive Antwort“ auf einen neuen Vorschlag für eine Waffenruhe im Gaza-Streifen übermittelt. Ein Funktionär der islamistischen Organisation erklärte am Montag, dass der Plan für eine 60-tägige Kampfpause von den Vermittlerstaaten Ägypten und Katar vorgelegt worden sei. Konkrete Einzelheiten zu den Inhalten des Waffenruhe-Vorschlags wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

Zuvor stand ein Konzept des US-Sondergesandten Steve Witkoff für eine zweimonatige Waffenruhe zur Debatte. Israelischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei der jüngsten Initiative der ägyptischen und katarischen Vermittler um eine aktualisierte Version dieses Plans. Der modifizierte Vorschlag sieht demnach vor, dass während der 60-tägigen Feuerpause zehn lebende Geiseln sowie die sterblichen Überreste von 18 Entführten im Austausch gegen palästinensische Gefangene freikommen sollen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen werden derzeit noch 50 Geiseln von der Hamas und anderen palästinensischen Gruppen im Gazastreifen festgehalten, während 28 weitere als verstorben gelten. Die UN fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Geiseln und verurteilen die Bedingungen der Gefangenschaft als Verstoß gegen das Völkerrecht.

⇢ Hamas tobt gegen Israel: „Neue Welle des Völkermords“

Stockende Verhandlungen

Die von den USA, Ägypten und Katar vermittelten indirekten Gespräche zwischen Israel und der Hamas waren Ende Juli erneut zum Erliegen gekommen. Nach Darstellung Israels und der Vereinigten Staaten hatte die Hamas die Verhandlungen durch überhöhte Forderungen scheitern lassen. In der Folge wurden die Delegationen beider Länder zu Beratungen in ihre jeweiligen Hauptstädte zurückgerufen. Seitdem stagnieren die Bemühungen um eine Einigung.

Internationale Vermittler, insbesondere Ägypten und Katar, erhöhen aktuell den Druck auf die Hamas, einer Waffenruhe und einem Geiselabkommen zuzustimmen. Experten weisen darauf hin, dass die Hamas weiterhin versucht, durch die Verlegung von Geiseln in die Stadt Gaza militärische Operationen der israelischen Armee zu erschweren.

Militärische Drohkulisse

Vor etwa einer Woche hatte das israelische Sicherheitskabinett eine Ausweitung der Militäroperationen im Gaza-Streifen beschlossen. Der strategische Plan umfasst die Einnahme der Stadt Gaza sowie zentraler Flüchtlingslager mit dem Ziel, die Strukturen der Hamas zu zerschlagen. In Medienkreisen wurde spekuliert, diese Ankündigung könnte als taktisches Manöver dienen, um die Hamas unter massiven Druck zu setzen und zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch mit größerer Kompromissbereitschaft zu bewegen.

Seither arbeiten die internationalen Vermittler intensiv im Hintergrund an einer neuen Waffenruhe im fast zwei Jahre andauernden Gaza-Konflikt.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen