Statt Verbote setzt Niederösterreich auf Kompetenzförderung – ein neues Konzept soll Schulen helfen, den digitalen Alltag zu meistern und Ablenkungen zu reduzieren.
Das Land Niederösterreich setzt gemeinsam mit der Bildungsdirektion auf einen konstruktiven Ansatz im Umgang mit Mobiltelefonen an Schulen. Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (VP) und Bildungsdirektor Karl Fritthum betonen, dass es nicht um pauschale Verbote geht, sondern vielmehr darum, Schulen bei der Entwicklung eines kompetenten Umgangs mit digitalen Geräten zu unterstützen. Als Vorzeigemodell wird dabei das Konzept der „Handy-freien Schule“ am Gymnasium Klosterneuburg angeführt.
Umfassendes Maßnahmenpaket
In dem von Experten erstellten Handout wird darauf hingewiesen, dass ein effektiver Unterricht kaum möglich sei, wenn Schülerinnen und Schüler permanent Smartphones in der Hosentasche oder Smartwatches am Handgelenk tragen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wurde ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt. Dieses umfasst neben Fortbildungsangeboten und speziellen Schulveranstaltungen auch einen neuen Regelkatalog, der von Fachleuten der Bildungsdirektion in Kooperation mit Smartphone-Coach Andrea Buhl-Aigner erarbeitet wurde.
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Konkrete Empfehlungen
Der Leitfaden enthält konkrete Handlungsempfehlungen für den schulischen Alltag. So sollen etwa schulische Endgeräte wie Laptops ausschließlich für Unterrichtszwecke verwendet werden.
An die Eltern richtet sich die ausdrückliche Bitte, während der Unterrichtszeit nur in Notfällen Kontakt mit ihren Kindern aufzunehmen.
Erfolgsmodell Klosterneuburg
Das als Vorzeigemodell genannte BG/BRG Klosterneuburg hat seit September 2024 striktere Regeln eingeführt. An der Schule müssen Smartphones und Smartwatches während des gesamten Vormittags bis 15:30 Uhr ausgeschaltet bleiben und dürfen nur in Ausnahmefällen genutzt werden. Die ersten Erfahrungen sind positiv, wie Direktorin Hemma Poledna berichtet: Die Störquellen im Unterricht sind deutlich zurückgegangen, gleichzeitig haben sich die Konzentration der Schülerinnen und Schüler sowie das soziale Miteinander merklich verbessert.
Im Unterschied zu anderen Bundesländern setzt Niederösterreich landesweit nicht auf ein generelles Verbot. Stattdessen betont das Land die Schulautonomie und legt Wert auf umfassende Informationsangebote und eine enge Kooperation zwischen Schule und Elternhaus, um einen reflektierten Umgang mit digitalen Geräten zu fördern.