Sechs Stufen in sieben Jahren: Kroatiens Kreditrating klettert nach oben – mit spürbaren Folgen für Staat, Wirtschaft und Bevölkerung.
Binnen sieben Jahren hat Kroatien sein Kreditrating um gleich sechs Stufen nach oben geklettert – ein Sprung, der das Land nach Einschätzung von Premierminister Andrej Plenkovic zu einem deutlich attraktiveren Ziel für ausländische Investoren macht. Das aktuelle S&P-Kreditrating für Kroatien lautet A- mit positivem Ausblick. Für ihn ist die Höherstufung mehr als eine buchhalterische Kennzahl: Sie spiegele die wirtschaftspolitische Ausrichtung des Landes und den verantwortungsvollen Umgang mit den öffentlichen Finanzen wider. Konkret werde sich die Verbesserung in günstigeren Kreditkonditionen für den Staat niederschlagen – wovon letztlich auch Banken, Unternehmen und die Bevölkerung profitieren sollen.
Erweiterter Handlungsspielraum
Plenkovic sieht in der Aufwertung zudem einen erweiterten fiskalischen Handlungsspielraum. Frei werdende Mittel könnten künftig gezielter in Bereiche wie Beschäftigung und Sozialpolitik fließen. Die Stabilität der Regierungskoalition und der wirtschaftliche Kurs, den die Kroatische Demokratische Gemeinschaft gemeinsam mit ihren Partnern eingeschlagen habe, seien von den Ratingagenturen ausdrücklich positiv bewertet worden.
Im Vergleich mit anderen EU-Staaten steht Kroatien beim S&P-Rating nun auf einer Stufe mit Lettland und Litauen – und rangiert damit vor Ländern wie Italien, Griechenland oder Polen. Für Plenkovic ist das ein klares Signal: Investoren suchten ein geordnetes Land mit verlässlichem Rechtssystem und kalkulierbarem Steuerrahmen – beides Voraussetzungen, die neue und besser bezahlte Arbeitsplätze entstehen lassen könnten.
Warnung vor Preisen
Auf die Frage, was der Rating-Anstieg für den Alltag der Bürgerinnen und Bürger bedeute, verwies Plenkovic darauf, dass Kroatien in vielen Bereichen bereits europäisches Niveau erreicht habe.
Gleichzeitig mahnte er zur Vorsicht: Gerade bei den Preisen – insbesondere im Tourismus und im Dienstleistungssektor – müsse man aufpassen, die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu verspielen.