Italien streicht für Millionen Autofahrer eine der unbeliebtesten Abgaben des Landes – zumindest vorerst.
Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat beschlossen, die Kfz-Steuer für das Jahr 2027 auszusetzen. Von der Maßnahme profitieren rund 14,5 Millionen Fahrzeuge. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass der Pkw eine Motorleistung von maximal 80 kW nicht überschreitet; auch Motorräder und Motorroller sind eingeschlossen.
Hintergrund der Entscheidung sind die derzeit hohen Treibstoffkosten, die die Haushalte in Italien erheblich belasten.
Finanzielle Erleichterung
Für viele Fahrzeughalter bedeutet die Befreiung eine spürbare finanzielle Erleichterung, zumal die Kfz-Steuer in Italien im europäischen Vergleich vergleichsweise hoch ausfällt. Je nach Region werden zwischen 2,71 und 5,45 Euro pro Kilowatt fällig. Allerdings gilt die Regelung ausschließlich für ein Fahrzeug pro Besitzer – wer einen Zweit- oder Drittwagen hält, geht leer aus.
Milliarden-Ausgleich
Um die wegfallenden Steuereinnahmen im Jahr 2027 abzufedern, stellt die Regierung 2,3 Milliarden Euro bereit. Zum Vergleich: In einem normalen Jahr übersteigen die Einnahmen aus der Kfz-Steuer die Marke von sieben Milliarden Euro – Mittel, die in erster Linie den italienischen Regionen zugutekommen.
Meloni selbst bezeichnete die Abgabe als „eine der meistgehassten Steuern“ Italiens. Die Ministerpräsidentin hat öffentlich erklärt, dass die Maßnahme nicht nur für 2027 gelten soll, sondern als dauerhafte Abschaffung gedacht ist.