Hunderte Flüge gestrichen, Chaos an Europas Airports: Eine Panne legt den britischen Luftraum lahm.
Eine technische Störung bei der britischen Flugsicherungsbehörde hat den Flugverkehr über Großbritannien erheblich beeinträchtigt. Zahlreiche Verbindungen wurden gestrichen, und die Auswirkungen reichen weit über die britischen Grenzen hinaus.
Von der Störung betroffen sind mehrere der größten Flughäfen des Landes: London-Heathrow, London-Gatwick, London-Stansted, Manchester und Birmingham. Bis zum frühen Abend wurden bereits rund 300 Flüge gestrichen. Die betroffenen Flughäfen sind darum bemüht, den regulären Betrieb so rasch wie möglich wieder aufzunehmen.
Europäische Auswirkungen
Die Folgen sind auch auf dem europäischen Festland spürbar: Die Flughäfen Frankfurt am Main und Düsseldorf strichen ihre Verbindungen nach London, und auch in Zürich sowie München kam es zu Ausfällen. Das für die Flugsicherung zuständige Unternehmen Nats arbeitet an der Behebung des Problems und teilte mit, dass der Luftraum im Süden des Vereinigten Königreichs von der Störung betroffen ist.
Nats zufolge liegt die Ursache in einem Fehler im System zur Flugabwicklung. Sowohl London-Heathrow als auch Birmingham wandten sich mit einer Entschuldigung an die betroffenen Passagiere.
Flughäfen reagieren
London-Heathrow erklärte: „Wir unterstützen unser lokales Nats-Team bei seinen Bemühungen, das Problem so schnell wie möglich zu beheben. Wir werden aktualisierte Informationen bereitstellen, sobald wir sie haben.“ Birmingham ergänzte: „Derzeit gibt es ein technisches Problem im Luftverkehr, das den Luftraum im Süden des Vereinigten Königreichs betrifft und eine Reihe von Abflügen beeinträchtigt.“
Reisenden wird empfohlen, sich direkt bei ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Stand zu informieren.
System wiederhergestellt
Laut Civil Aviation Authority (CAA) setzte die automatische Verarbeitung von Flugplänen im NATS-System am 28. August 2023 um 08:32 Uhr Ortszeit aus und wurde am selben Tag gegen 14:27–14:32 Uhr vollständig wiederhergestellt. Alle daraus resultierenden Verkehrsbeschränkungen im britischen Luftraum wurden bis 18:03 Uhr aufgehoben.
Über 700.000 Passagiere betroffen
Die britische Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority schätzt, dass bei der NATS-Flugsicherungspanne insgesamt über 700.000 Passagiere betroffen waren – davon rund 300.000 durch Flugstreichungen, etwa 95.000 durch Verspätungen von mehr als drei Stunden und weitere rund 300.000 durch kürzere Verspätungen.
Nach Angaben der CAA gilt ein technischer Ausfall der Flugsicherung als außergewöhnlicher Umstand, sodass Fluggesellschaften nach EU‑Verordnung 261/2004 beziehungsweise der entsprechenden britischen Regelung grundsätzlich keine Ausgleichszahlungen wegen Verspätungen oder Annullierungen leisten müssen. Sie bleiben aber weiterhin zur Betreuung der Passagiere – etwa Verpflegung, Unterkunft und Umbuchung – verpflichtet.