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Vertuschung

Ich wusste nichts“ – Macron tief im Nestlé-Watergate

Ich wusste nichts“ – Macron tief im Nestlé-Watergate
EPA-EFE/OLIVIER HOSLET
2 Min. Lesezeit |

Hinter einem versteckten Schrank in der Nestlé-Fabrik verbirgt sich ein Milliardengeschäft mit illegal behandeltem Mineralwasser – und die Spuren führen bis in Macrons Regierungskreise.

Der französische Senat wirft der Regierung Macron Vertuschung im Nestlé-Wasserskandal vor. Eine Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass die Regierung über die illegale Behandlung von Mineralwasser durch den Schweizer Konzern hinweggesehen habe. Nach EU-Recht darf natürliches Mineralwasser keinen Verfahren unterzogen werden, die seine Eigenschaften verändern.

Französische Medien hatten bereits im Vorjahr über die verbotenen Behandlungsmethoden berichtet. Der Senatsbericht spricht nun von einer „absichtlichen Vertuschungsstrategie“, die bis zu einem ersten Regierungstreffen im Oktober 2021 zurückreicht. Monate später genehmigten die Behörden Nestlés Plan, die unzulässigen Verfahren durch Mikrofiltration zu ersetzen.

Die Untersuchung beleuchtet die jahrelangen Praktiken des Konzerns, mit denen bakterielle und chemische Verunreinigungen bei als „natürliches Mineralwasser“ oder „Quellwasser“ verkauften Marken wie Contrex, Vittel, Hépar und Perrier verhindert werden sollten. Solche Behandlungen verstoßen gegen französische und europäische Vorschriften.

Vertuschungsvorwürfe

Der Schweizer Lebensmittelkonzern hatte im vergangenen Jahr die Wasserbehandlungen öffentlich eingeräumt und einer Strafzahlung von zwei Millionen Euro zugestimmt, um ein Gerichtsverfahren abzuwenden. Die Untersuchungskommission befragte mehr als 120 eingeweihte Beamte. Lediglich Alexis Kohler, damaliger Generalsekretär des Élysée-Palasts, verweigerte die Aussage, obwohl er mehrfach mit Nestlé-Führungskräften Kontakt gehabt haben soll.

Die Kommission kommt zu dem Schluss, „dass das Präsidialamt mindestens seit 2022 wusste, dass Nestlé seit Jahren betrügt“. Präsident Macron hatte im Februar auf Nachfragen erklärt: „Ich war über diese Dinge nicht informiert… es gibt keine Absprachen mit irgendjemandem.“

Milliardenschaden

Alexandre Huizille, Berichterstatter der Kommission, bezifferte den Gesamtschaden des Betrugs auf mehr als drei Milliarden Euro. Natürliches Mineralwasser werde etwa 100 bis 400 Mal teurer verkauft als Leitungswasser, was er als „Täuschung der Verbraucher“ verurteilte.

Bei einer Besichtigung einer Nestlé-Fabrik in Südfrankreich stellte die Kommission fest, „dass die illegale Wasserbehandlung in Räumen durchgeführt wurde, die hinter einem Schrank versteckt waren“.

Laut Bericht argumentiert Nestlé, dass seine Anlagen geschlossen werden müssten, wenn die Regierung keine Behandlung oder Mikrofiltration des Wassers genehmige, da das Quellwasser mit potenziell tödlichen Bakterien wie E. coli kontaminiert sei.

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KO KOSMO-Redaktion
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