Krieg, Waffenruhe, Weltmeisterschaft – für den Iran stehen gerade Entscheidungen an, die weit über den Fußball hinausgehen.
FIFA-Chef Gianni Infantino hat sich unmissverständlich positioniert: Der Iran wird an der Weltmeisterschaft teilnehmen – trotz des laufenden Krieges mit den USA. „Die iranische Mannschaft kommt ganz sicher“, erklärte der FIFA-Präsident beim Invest in America Forum des Fernsehsenders CNBC. Die Teilnahme sei von zentraler Bedeutung, so Infantino, denn die Mannschaft repräsentiere ihr Volk, habe sich qualifiziert und wolle spielen. Vor zwei Wochen hatte er das iranische Team bereits persönlich in Antalya getroffen. Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt.
Irans Bedingungen
Auch aus dem iranischen Lager kommen klare Signale. Teamchef Amir Ghalenoei ließ keinen Zweifel an der Absicht seiner Mannschaft: „Es gibt derzeit keinen Grund, nicht teilzunehmen, und das werden wir, so Gott will, dann auch tun.“ Sportminister Ahmed Donjamali schloss sich dieser Einschätzung an – knüpfte eine Zusage jedoch an eine Bedingung: die Stabilität der vereinbarten Waffenruhe. „Je normaler die Lage, desto wahrscheinlicher die Teilnahme“, sagte er.
In Washington äußerte Infantino die Erwartung, dass sich die Situation bis zum Turnierstart entspannt haben wird. Am Wochenende hatten die USA und der Iran in Islamabad erstmals seit Kriegsbeginn vor eineinhalb Monaten direkte Gespräche aufgenommen – ohne konkretes Ergebnis. Die endgültige Entscheidung über eine WM-Teilnahme liegt beim Nationalen Sicherheitsrat des Iran, der sich dabei eng mit der Regierung abstimmen soll.