Fünf Jahre Warten, hunderte Gläubiger – und am Ende bleibt für viele kaum mehr als ein symbolischer Betrag übrig.
Das Insolvenzverfahren der Rohrleitungsfabrik „Unis“ aus Derventa steht kurz vor seinem formellen Abschluss. Eröffnet wurde es am 17. Dezember 2019 – zu einem Zeitpunkt, als das Unternehmensvermögen noch auf mehr als 40 Millionen Konvertible Mark (bosnische Währung) geschätzt wurde.
Bereits 2023 hatte die Handelskette „Fructa trade“ dieses Vermögen erworben: Bei der vierten Versteigerung Ende Jänner 2023 gab das Unternehmen das höchste Gebot ab und sicherte sich den Zuschlag für 12,19 Millionen KM – inklusive vorgelegter Bankgarantie.
Symbolische Befriedigung
Nun fand die abschließende Ausschüttung an die Gläubiger der allgemeinen Rangklasse statt. Dieser Gruppe gehören neben 530 ehemaligen Arbeitern noch rund 70 weitere Gläubiger an. Insolvenzverwalter Dragan Danilovic schilderte die Lage in aller Deutlichkeit: Die anerkannten Forderungen dieser Rangklasse hätten sich auf rund 473 Millionen KM summiert – zur Verfügung gestanden seien ihm lediglich 1,2 Millionen Mark. „Die Gläubiger wurden damit zu gerade einmal rund 0,26 Prozent befriedigt“, so Danilovic.
Die verfügbaren Mittel stammten aus dem Verkauf von Unternehmensanteilen sowie von Vermögenswerten, die nicht mit Hypotheken belastet waren. Wie bitter die Konsequenzen für die Betroffenen sind, brachte Danilovic mit einem konkreten Bild auf den Punkt: „Es ist eine bittere Situation, wenn ich einen Arbeiter, der Forderungen von 10.000 oder 15.000 Mark hat, anrufen und ihm sagen muss, dass er zehn oder zwanzig Mark ausgezahlt bekommt.“
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Verteilung der Mittel
Zuvor war ein Teil des Vermögens für rund zwölf Millionen Mark verwertet worden. Davon erhielten bevorrechtigte Gläubiger rund 9,4 Millionen KM. Mit der verbleibenden Differenz von etwa 1,7 Millionen KM beglich Danilovic anfallende Verfahrenskosten und schüttete im Rahmen einer Teilverteilung rund 1,2 Millionen KM an Gläubiger höherer Rangklassen aus – insgesamt rund 160 Gläubiger, die allesamt vollständig befriedigt wurden.
Für die 530 Arbeiter hingegen bleibt am Ende des jahrelangen Verfahrens kaum mehr als ein symbolischer Betrag, wie das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet.