Tödliches Feuergefecht erschüttert türkische Provinz: Bei einer Razzia gegen IS-Verdächtige starben neun Menschen, darunter drei Polizisten. Die Behörden riegelten das Gebiet komplett ab.
Bei einer Polizeiaktion gegen mutmaßliche IS-Anhänger in der türkischen Provinz Yalova kam es zu einem schweren Feuergefecht mit mehreren Toten. Die Sicherheitskräfte rückten mit einem Großaufgebot an, um gegen Verdächtige vorzugehen, die sich in einem Haus im Bezirk Elmali verschanzt hatten. Die Operation eskalierte jedoch rasch, als die mutmaßlichen Terroristen unvermittelt das Feuer auf die Beamten eröffneten.
Das anschließende Gefecht, das sich laut NTV auch auf die umliegenden Straßen ausweitete, forderte neun Todesopfer – sechs Angreifer und drei Polizisten. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden zudem acht weitere Beamte sowie ein Nachtwächter verletzt, befinden sich jedoch nicht in Lebensgefahr. Zur Unterstützung wurden auch Spezialeinheiten aus der benachbarten Provinz Bursa hinzugezogen.
Umfassende Sicherheitsmaßnahmen
Die Behörden reagierten mit umfassenden Sicherheitsmaßnahmen: Fünf Schulen in der Umgebung wurden geschlossen, die Strom- und Gasversorgung unterbrochen und das betroffene Areal vollständig abgeriegelt. Weder Zivilisten noch Fahrzeuge erhielten Zutritt zum Sperrgebiet. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Maßnahmen gegen den IS ein – erst in der vergangenen Woche wurden 115 mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation festgenommen.
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Die Generalstaatsanwaltschaft Istanbul teilte mit, dass Geheimdienstinformationen Anschlagspläne auf Weihnachts- und Neujahrsfeiern aufgedeckt hätten, woraufhin die Justiz Haftbefehle gegen 137 Verdächtige ausstellte.
Grenznahe Bedrohung
Die sicherheitspolitische Lage der Türkei wird durch ihre geografische Position verschärft – das Land teilt eine etwa 900 Kilometer lange Grenze mit Syrien. In dem Nachbarland verübte Mitte Dezember ein mutmaßliches IS-Mitglied einen Anschlag auf US-Soldaten, bei dem zwei Militärangehörige und ein Zivilist getötet wurden.
Es handelte sich dabei um den ersten derartigen Vorfall seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember des Vorjahres.