In letzter Minute konnte eine 15-jährige Katze namens Lena vor dem Tod gerettet werden. Ein Angehöriger ihrer Halterin brachte das Tier zum Tierschutzhof Pfotenhilfe, nachdem feststand, dass die Frau in ein Seniorenwohnheim übersiedeln würde und niemand aus der Familie bereit war, Lena zu übernehmen. Stattdessen sollte ein Jäger das Tier erschießen.
Der Tierschutzhof in der Grenzregion zwischen Oberösterreich und Salzburg nahm die Katze sofort auf. „Lena ist ein sehr liebes und anschmiegsames Wesen. Wie man auch nur daran denken kann, sie einem Jäger zum Erschießen zu bringen anstatt sich an uns zu wenden, kann ich gar nicht nachvollziehen“, sagt Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler.
Kapazitäten am Limit
Der Hof hat sich auf Tiere spezialisiert, die ausgesetzt, behördlich abgenommen oder anderweitig abgeschoben wurden – darunter viele mit Krankheiten oder Behinderungen. Ziel ist es, diesen Tieren ein würdevolles Leben mit bestmöglicher Betreuung zu ermöglichen. Doch die Kapazitäten stoßen zunehmend an ihre Grenzen: In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Anfragen deutlich gestiegen.
„Es ist zum Verzweifeln: So schnell und unüberlegt, wie Tiere oft angeschafft werden, versucht man sie auch wieder loszuwerden, wenn sie nicht voll den Erwartungen entsprechen und ‚funktionieren‘. Die Wegwerfgesellschaft wirkt sich längst auch stark auf Tiere aus. Aber wir und auch andere Tierschutzeinrichtungen haben nicht unbegrenzt Platz!“, appelliert Stadler an die Vernunft der Menschen.
Rechtliche Konsequenzen
Wer ein gesundes Tier töten lässt, handelt nicht nur moralisch verwerflich, sondern macht sich auch strafbar – das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Dass solche Fälle keine Seltenheit sind, zeigt sich auch daran, dass Tierärzte regelmäßig mit entsprechenden Wünschen konfrontiert werden.
„Wir bekommen auch oft Anfragen von Tierärzten, die sich weigern, den Tötungswünschen von Tierhaltern nachzukommen“, erklärt Stadler weiter. Lena selbst sucht nun ein neues, liebevolles Zuhause und zeigt sich seit ihrer Ankunft bei der Pfotenhilfe ausgesprochen dankbar.